Zwei Tote bei US-Angriff auf mutmaßliches Drogenboot


Bei einem abermaligen US-Angriff auf ein mutmaßliches Drogenschmuggelboot im Pazifik sind nach Angaben der US-Armee zwei Menschen getötet worden. „Die Geheimdienste haben bestätigt, dass das Schiff auf Routen unterwegs war, die für den Drogenhandel im östlichen Pazifik genutzt werden, und dass es in Drogengeschäfte verwickelt war“, teilte das für Lateinamerika und die Karibik zuständige Kommando der US-Streitkräfte (Southcom) am Freitag im Onlinedienst X mit.

Southcom zufolge sucht die US-Küstenwache nach einem dritten Menschen, der den Angriff überlebt haben soll. Es ist der erste Angriff auf ein Schiff mutmaßlicher Drogenschmuggler in diesem Jahr.

Seit September hatten die USA im vergangenen Jahr rund 30 Mal Schiffe im Pazifik und in der Karibik angegriffen, die angeblich in den Drogenhandel verwickelt waren. Dabei wurden mehr als 110 Menschen getötet. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat jedoch nie Beweise vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein.

USA werfen Venezuelas Ex-Staatschef „Drogenterrorismus“ vor

Trump beschuldigt die Regierung in Caracas, Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen. Anfang Januar wurde der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz festgenommen und in die USA gebracht. In New York soll ihm wegen „Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden.

Das Pentagon kündigte indes am Freitag ein Treffen von Generalstabschefs des amerikanischen Kontinents für Mitte Februar an, um gemeinsam Sicherheitsprioritäten zu etablieren und die Zusammenarbeit in der Region zu verstärken. „Wir wollen einen Kontinent, dessen Regierungen mit uns gegen Drogenterroristen, Kartelle und andere internationale kriminelle Organisationen zusammenarbeiten“, hieß es in der Pentagon-Erklärung.