Droht dem „ZDF-Fernsehgarten“ das gleiche Schicksal wie „Immer wieder sonntags“? Das ARD-Format mit Stefan Mross wird noch in diesem Jahr, nach 13 neuen Folgen, abgesetzt. Auch Beatrice Egli hat das Aus ihrer TV-Show verkündet. Ob Andrea Kiewel ebenfalls um den Fortbestand ihrer Gute-Laune-Show und damit um ihren Job bangen muss – die AZ hat darüber mit einem Experten gesprochen.
„ZDF-Fernsehgarten“ muss sich „stärker rechtfertigen als früher“
Für „Kiwi“, wie Andrea Kiewel liebevoll von Fans genannt wird, war der „ZDF-Fernsehgarten“ bislang eine sichere Bank. Seit 26 Jahren steht sie als Moderatorin für die Show vor der Kamera. Selbst ihre einjährige Zwangspause 2008, aufgrund eines Schleichwerbe-Skandals, tat ihrer Popularität keinen Abbruch. Doch der aktuelle Sparkurs der Öffentlich-Rechtlichen könnte auch die Kultsendung treffen. Spekulationen um eine mögliche Absetzung kommen nicht von ungefähr, immerhin steht ein Show-Ableger mit Andrea Kiewel auf der Kippe. Wie das ZDF dem Branchenmagazin DWDL mitgeteilt hat, wird eine Weiterführung des ZDF-„Streamergartens“, das 2025 via Twitch ausgestrahlt wurde, aktuell geprüft.
Für das ZDF ist der „Fernsehgarten“ noch immer ein wichtiges Aushängeschild. „Solche Formate liefern verlässliche Reichweite, Markenbindung und ein Stück Identität. Gerade in Zeiten, in denen lineares Fernsehen unter Druck steht“, erklärt Ferris Bühler der AZ. Für den PR- und Medien-Profi gilt das Format aufgrund der finanziellen Situation dennoch nicht mehr als gesetzt: „Man darf sich nichts vormachen: Der Sparkurs ist real, und auch Traditionssendungen müssen sich heute stärker rechtfertigen als früher. Der Kultstatus allein ist kein Freifahrtschein mehr.“

© imago/BOBO
von imago/BOBO
„}“>
Auf AZ-Anfrage: ZDF reagiert ausweichend
Was die Zukunft des „ZDF-Fernsehgartens“ sicherer machen würde? Der Medien-Experte empfiehlt den Machern, nah am aktuellen Zeitgeist zu bleiben. Es sei zwar „kein modernes Format im klassischen Sinne, aber es erfüllt sehr moderne Bedürfnisse: Live-Erlebnis, Verlässlichkeit und ein gemeinsames Fernsehmoment“. Streaming-Konkurrenten wie Netflix, Amazon Prime oder HBO Max hingegen können das nur selten bieten. Die Herausforderung für Andrea Kiewels Sendung liege Ferris Bühler zufolge „weniger im Konzept als in der Weiterentwicklung. Wenn Inhalte, Gäste und Inszenierung frisch bleiben, hat das Format absolut seine Berechtigung. Wenn nicht, wird es schnell museal“.
Wie reagiert das ZDF selbst auf Spekulationen rund um den „Fernsehgarten“? Die AZ hat den Sender kontaktiert und wollte wissen, ob sich das Format auf Sparmaßnahmen vorbereiten muss und wie es um den Fortbestand bestellt ist. „Der ‚ZDF-Fernsehgarten‘ feiert in diesem Jahr sein 40. Jubiläum. Wir freuen uns auf eine weitere Saison voller Musik und Lebensfreude auf dem Lerchenberg“, teilte das ZDF in einem kurzen Statement mit, ohne auf die Fragen konkret einzugehen.

© Thomas Buchwalder
von Thomas Buchwalder
„}“>
Vergleich zur Konkurrenz: Kiewel-Sendung steht „noch stabil“ da
Die Absetzung von „Immer wieder sonntags“ hat deutlich gezeigt, dass selbst Kultformate mit guten Einschaltquoten „nicht mehr unantastbar“ sind – das gilt auch für den „ZDF-Fernsehgarten“. Dennoch ist sich der PR-Profi sicher, dass das Format im Vergleich zur ARD-Konkurrenz „aktuell noch stabil dasteht, auch, weil es als Marke stärker aufgeladen ist“. Die Spielregeln haben sich aber geändert, was auch die Macher der Live-Show beachten sollten: „Programme müssen heute nicht nur funktionieren, sondern sich permanent neu beweisen. Der Blick in die Vergangenheit reicht nicht mehr: Entscheidend ist, ob das Format auch in Zukunft relevant bleibt.“

© imago/BOBO
von imago/BOBO
„}“>
Das ZDF wird heuer beim „Fernsehgarten“ wohl ganz genau hinschauen. Moderatorin Andrea Kiewel steht bereits unter Beobachtung – allerdings nicht aufgrund ihrer Moderation. Der Krieg im Nahen Osten könnte Auswirkungen auf ihre Reisen nach Deutschland haben, da die 60-Jährige zwischen Mainz und ihrer Wahlheimat Tel Aviv pendelt. Der Sender teilte der AZ dazu mit, dass man sich „Änderungen vorbehalten“ wolle.
