Yucca-Palme durch Stecklinge vermehren und verjüngen

Stand: 23.03.2026 21:45 Uhr

Trockene Blätter und lange, verbogene Triebe: In die Jahre gekommene oder vernachlässigte Yucca-Palmen sind kein schöner Anblick. Doch sie lassen sich mit ein paar Tricks verjüngen und sogar vermehren.

Genaugenommen sind Yucca-Palmen (Yucca elephantipes) gar keine Palmen. Sie werden so genannt, weil ihr Stamm dem der echten Palmen ähnelt. Botanisch gesehen ist die Yucca eine Palmlilie und gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Neben dem Gemüsespargel zählen beispielsweise auch Maiglöckchen, Bogenhanf, Funkien, Hyazinthen und Agaven dazu.

Triebe der Yucca-Palme mit Säge abschneiden

Gärtner Peter Rasch hält eine alte Yuccapalme mit vielen gelben Blättern in den Händen

Vertrocknete Blätter einer Yucca: Ein radikaler Schnitt hilft beim Verjüngen.

Alte Yuccas mit vielen vertrockneten Blättern und krummen Trieben lassen sich mit ein paar Tricks verjüngen. Gleichzeitig können gekappte Triebe zur Vermehrung genutzt werden. Hier hilft nur ein radikaler Schnitt. Dazu die Triebe mit einer scharfen Säge bis auf ungefähr zehn Zentimeter kürzen. Die Schnittflächen mit einem Messer glätten und die Schnittwunden mit Kerzen- oder Baumwachs gut verschließen, damit die Pflanze nicht austrocknet. Ist der Wurzelbereich der verbleibenden Mutterpflanze sehr trocken, den Ballen ausgiebig wässern, zum Beispiel in einem Eimer. Danach den Wurzelballen vorsichtig mit einem scharfen Messer vertikal bis etwa zur Hälfte einschneiden und im unteren Bereich leicht auseinanderziehen. Das erleichtert der Pflanze das Anwurzeln. Dabei darauf achten, die Wurzeln nicht zu stark zu beschädigen.

Mutterpflanze umtopfen

Abgesägter Stamm einer Yucca-Palme

Sind die langen Triebe der Yucca abgeschnitten, müssen die Schnittwunden mit Wachs verschlossen werden.

Yuccas vertragen keine Staunässe, daher vor dem Einpflanzen in einen neuen Topf eine Drainageschicht aus Tonscherben, Blähton oder Kies auf den Topfboden legen und darauf achten, dass überschüssiges Wasser durch Abflusslöcher abfließen kann. Anschließend das Gefäß mit Zimmerpflanzenerde füllen und die Yucca-Palme einsetzen. An den sogenannten schlafenden Augen, das sind kaum erkennbare Knospen unter der Rinde, die sich meist im oberen Bereich befinden, treibt die Yucca nach wenigen Monaten wieder aus.

Yucca durch Teilstecklinge vermehren

Die abgeschnittenen Triebe müssen nicht auf dem Müll landen. Aus ihnen lassen sich gut Teilstecklinge für die Vermehrung der Yucca-Palme herstellen. Dazu die Triebe in ungefähr 20 Zentimeter lange Stücke schneiden. Dabei ist wichtig, die Wuchsrichtung beizubehalten – oben und unten am besten mit einem Stift markieren. Anschließend Töpfe mit Erde für Zimmerpflanzen füllen, die Stecklinge einsetzen, gut andrücken und wässern. Auch hier die oberen Schnittwunden wieder mit Wachs verschließen.

Hohe Luftfeuchtigkeit ist wichtig

Da Stecklinge noch keine Wurzeln haben und somit auch kein Wasser aufnehmen können, brauchen sie eine Umgebung mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit, um nicht auszutrocknen. Diese sogenannte gespannte Luft lässt sich beispielsweise mit lichtdurchlässigen Folien oder Plastikhauben, bei kleineren Pflanzen mit umgedrehten Gläsern erzeugen. Praktisch sind auch große Plastikflaschen mit abgeschnittenem Boden, die über die Stecklinge gestülpt werden. Regelmäßige Frischluftzufuhr ist wichtig, um Schimmelbildung zu vermeiden. Dazu die Abdeckung täglich kurz abnehmen, bei Flaschen den Deckel abschrauben. Die Stecklinge sollten hell und warm stehen, ohne direktes Sonnenlicht. Nach ein bis zwei Monaten treiben sie aus.

Kopfstecklinge – wenn es schneller gehen soll

Kopfsteckling einer Yuccapalme mit kleinen Wurzeln.

Haben sich am Kopfsteckling Wurzeln gebildet, kann die Yucca eingetopft werden.

Wem das zu lange dauert, der kann aus dem oberen noch grünen Teil der abgeschnittenen Triebe, dem Blattschopf, einen Kopfsteckling machen. Zuerst den noch belaubten Teil kürzen. Der Trieb sollte unterhalb der Blätter etwa zehn Zentimeter lang sein. Die grünen Blätter bis auf sechs oder sieben entfernen. Diesen Kopfsteckling in ein Glas mit Wasser stellen, das etwa zweimal pro Woche gewechselt werden sollte. Wenn die ersten Wurzeln austreiben, kann die Pflanze in einen Topf gepflanzt werden.

Ein Steckling im Glas.

Wenn Zimmerpflanzen ihre besten Jahre hinter sich haben, können viele durch Stecklinge oder Ableger ersetzt werden.

Auf einer Rolle aus Moos liegen verschiedene Pflanzenstecklinge

Hortensie, Geranie oder Kräuter: Viele Pflanzen lassen sich einfach vermehren. So klappt die Aufzucht neuer Pflanzen.

Rosmarinstecklinge und Salbeistecklinge

Bis Ende September ist eine gute Zeit, um Kräuter zu vermehren. Wichtig ist, möglichst frische Triebe zu verwenden.