xAI sichert sich 20 Milliarden Dollar

Das KI-Start-up xAI des Tesla-Chefs Elon Musk hat in einer  Finanzierungsrunde 20 Milliarden Dollar eingenommen und damit sein Ziel von 15 Milliarden Dollar übertroffen. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, gehörten zu den Geldgebern Valor Equity Partners, StepStone Group, Fidelity Management & Research Company und die Qatar Investment Authority. Nvidia und ⁠Cisco Investments beteiligten sich als strategische Investoren.

Wie auch andere Entwickler Künstlicher Intelligenz braucht xAI Dutzende Milliarden Dollar für den Ausbau von Rechenzentren, vor allem mit KI-Chips von Nvidia. Mit den neuen Mitteln will xAI nach ⁠eigenen Angaben die Infrastruktur ausbauen, die ‍Entwicklung und den ‍Einsatz von Produkten der Künstlichen Intelligenz (KI) beschleunigen und die Forschung finanzieren.

Die Firma des Tech-Milliardärs machte keine Angaben zu den Konditionen der Geldspritze. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg wurde an dem Deal monatelang gearbeitet. xAI habe vorgehabt, rund 12,5 Milliarden Dollar des Betrags als Schulden aufzunehmen. Nvidia plante demnach, bis zu zwei Milliarden Dollar zu investieren. Solche Kreislauf-Deals, bei denen Nvidia in Firmen investiert, die wiederum Chipsysteme des Konzerns kaufen, sind aktuell typisch für das KI-Geschäft.

Bei xAI wird unter anderem die KI-Software Grok entwickelt, die erst vor Kurzem für den nächsten Eklat sorgte. Grok generierte auf Anfragen der Nutzer freizügige Bilder unter anderem von Minderjährigen. Erst vor wenigen Tagen räumte das Unternehmen „Schwachstellen in unseren Sicherheitsvorkehrungen“ fest, hieß es in einem Post auf der Plattform X. Diese sollten nun „mit größter Dringlichkeit“ behoben werden. „Die Verbreitung von kinderpornografischem Material ist illegal und verboten“, stellte das Unternehmen fest.

Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt

Nutzer können Grok bislang dazu auffordern, freizügige Bilder von Menschen zu generieren. Dabei wurden auch Grenzen überschritten: An Silvester entschuldigte sich der Chatbot dafür, ein Bild von zwei Mädchen im Teenager-Alter „in sexualisierten Outfits“ erstellt und geteilt zu haben. „Es handelte sich um ein Versagen unserer Sicherheitsvorkehrungen, und ich entschuldige mich für alle dadurch entstandenen Schäden“, schrieb Grok auf X. In einem weiteren Post hieß es zur Erläuterung, dass es „vereinzelte“ Fälle gegeben habe, „in denen Nutzer KI-generierte Bilder von Minderjährigen in knapper Bekleidung angefordert und erhalten“ hätten.

Medienberichten zufolge sollen auch Frauen von sogenannten Deepfakes betroffen sein. Laut „Politico“ ermittelt die Pariser Staatsanwaltschaft inzwischen zur Verbreitung der sexualisierten Deepfakes. Demnach hatten zwei französische Abgeordnete an die Staatsanwaltschaft gewandt, nachdem Tausende Deepfakes von Grok erstellt worden waren. Im Sommer hatte Grok bereits mit Lobpreisungen für Adolf Hitler schockiert.

Musks Unternehmen xAI, in welches inzwischen auch die Online-Plattform X eingebracht wurde, tritt mit Grok unter anderem gegen den populären Chatbot ChatGPT des Konkurrenten OpenAI an. Musk will Künstliche Intelligenz auch bei dem von ihm geführten Autobauer Tesla unter anderem in humanoiden Robotern einsetzen.