
Nach einer erneuten Eskalation der Gewalt setzten die Schiedsrichter im Landkreis Wuppertal/Niederberg ein starkes Zeichen. Die Unparteiischen treten an diesem Wochenende in den Streik. Zu oft waren sie in den vergangenen Monaten Zielscheibe des Hasses.
Als „Zeichen gegen zunehmende Gewalt und anhaltende Feindseligkeiten“ bestreiken Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter an diesem Wochenende die Kreisliga-Spiele im Fußballkreis Wuppertal/Niederberg.
In einer Erklärung des Kreisschiedsrichterausschusses heißt es: „Die Schiedsrichter akzeptieren die aktuellen Rahmenbedingungen und Umgangsformen nicht länger und verweigern daher geschlossen ihre Mitwirkung am Spielbetrieb in den Herren-Kreisligen an diesem Wochenende.“
Aktueller Auslöser als jüngster von mehreren Vorfällen war nach Medienberichten am 29. März der Abbruch des Kreisliga-C-Spiels zwischen der SSVg Velbert III und dem FC Rot-Weiss Heiligenhaus II, bei dem der Unparteiische von mehreren Personen gejagt, angegriffen und verletzt worden sei. Das Spiel wurde abgebrochen.
Schiedsrichter gejagt, angegriffen und verletzt
Es war nicht der einzige schwere Vorfall in den vergangenen Monaten im betroffenen Kreis. Im Dezember 2024 habe es während eines Spiels Morddrohungen gegen einen Unparteiischen gegeben. Im Februar 2025 sei es bei einer Partie zur Bedrohung des Schiedsrichters und in der Folge zu einer körperlichen Attacke auf den Schiedsrichterbeobachter gekommen. Im vergangenen November sei ein Schiedsrichter bedroht und ihm der Ball gezielt ins Gesicht geworfen worden.
Der Ausschuss fordert: „Entweder, es gelingt uns gemeinsam, wieder zu einer Kultur des Respekts und des fairen Umgangs zurückzufinden, oder der Amateurfußball verliert nach und nach diejenigen, ohne die kein Spiel angepfiffen werden kann: die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter.“
„Diese Rahmenbedingungen akzeptieren wir nicht weiter“, heißt es in der Stellungnahme des Kreisschiedsrichterausschusses. Ziel des Streiks sei es, Spielern, Trainern und Vereinen, aber auch Zuschauern die Augen zu öffnen und proaktiv zu handeln, bevor es zu weiteren Eskalationsstufen komme. Der Streik richte sich ausdrücklich nicht gegen den Fußball im Ganzen, sondern gegen destruktive Verhaltensweisen einzelner Akteure.
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