
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat den Israelboykott beim Eurovision Song Contest (ESC) kritisiert, den mehrere Länder angekündigt haben. Der ESC sei gegründet worden, um Länder zusammenzubringen, teilte Weimer mit. „Wer heute Israel ausschließt, stellt diesen Grundgedanken auf den Kopf und macht aus einem Fest der Verständigung ein Tribunal.“
Irland, die Niederlande, Slowenien und Spanien haben angekündigt, dem Wettbewerb im kommenden Jahr fernbleiben zu wollen, sollte Israel nicht ausgeschlossen werden. Weitere Länder wie Belgien und Schweden erwägen, sich dem Boykott anzuschließen.
Weimer nannte das „Cancel-Culture“ – das könne nicht die Antwort sein. „Die Antwort sollte Vielfalt und Zusammenhalt heißen“, hieß es von dem Minister. Die Idee des ESC sei es, Künstlerinnen und Künstler nach ihrer Kunst und nicht nach ihrer Nationalität zu beurteilen, sagte er. „Gerade weil der ESC aus den Trümmern des Krieges geboren wurde, darf er nicht zu einer Bühne der Ausgrenzung verkommen.“
ESC größte nicht sportliche Liveveranstaltung weltweit
Ausschlüsse vom Wettbewerb aus politischen Gründen hatte es beim ESC in der Vergangenheit wiederholt gegeben. Wegen seines Angriffskriegs gegen die Ukraine darf Russland nicht mehr teilnehmen. Es veranstaltete deshalb in diesem Jahr eine Konkurrenzveranstaltung, bei der es „den Respekt für traditionelle Werte und unterschiedliche Kulturen“ in den Mittelpunkt stellte – die Intervision.
Der ESC ist die größte nicht sportliche Liveveranstaltung der Welt mit mehr als 160 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern jährlich. Antreten können Interpretinnen und Interpreten aus allen Mitgliedsstaaten der European Broadcasting Union (EBU); dazu gehören auch Israel, Zypern, Georgien, Armenien und Aserbaidschan. Die Veranstaltung steht zudem für Sichtbarkeit und Solidarität mit der queeren Community.
Der Musikwettbewerb wird nach dem österreichischen Sieg bei der diesjährigen Ausgabe im kommenden Jahr in Wien ausgetragen. Die Halbfinale des ESC sind für den 12. und 14. Mai 2026 geplant. Das große Finale soll am 16. Mai über die Bühne gehen.
