Mit Platz zwei im Marathon setzt der deutsche Optimist und Sportsoldat Amanal Petros ein Zeichen für die deutsche Willkommenskultur. Der kleine Makel seines Erfolgs: Er hatte WM-Gold schon vor Augen.
Im ersten Augenblick nach dem Zieleinlauf mochte Amanal Petros dieses Drama nicht. Er hatte eigentlich alles richtig gemacht beim Marathon der Leichtathletik-WM in Tokio. Auf den Straßen der japanischen Hauptstadt hatte er in der morgendlichen Schwüle jeden Tempowechsel in der Spitzengruppe mitgemacht, jeden Ausreißversuch gekontert. Und als der Deutsche nach knapp 42 Kilometern mit Alphonce Felix Simbu aus Tansania und dem Italiener Iliass Aouani ins Marathontor des Nationalstadions bog, wagte er den Vorstoß. Er führte in der letzten Kurve der Schlussrunde, er führte auch auf der Zielgeraden und auf den letzten Metern vor der Ziellinie. Aber dann war Simbu plötzlich da und stürmte um eine Knielänge vor dem stürzenden Petros ins Ziel.
