Wintersturm in den USA: Stromausfälle, teils „extrem gefährliche“ Reisebedingungen und Tote – Panorama

Mindestens sieben Menschen sind beim Wintersturm in den USA wegen Unterkühlung ums Leben gekommen. Das berichtet der Sender CNN. Ein heftiger Wintersturm zieht derzeit mit klirrender Kälte, Schnee und Eis über große Teile der USA und sollte am Sonntag auch New York, Philadelphia und die Hauptstadt Washington entlang der US-Ostküste erfassen.

Die Zahl der Stromausfälle steigt stetig: In den frühen Stunden des Montags waren landesweit noch über 850 000 Haushalte ohne Strom, wie aus Daten des Portals poweroutage.us hervorgeht. Am Sonntag waren über eine Million Menschen ohne Strom gewesen. Stark betroffen sind Bundesstaaten im Süden und im Mittleren Westen, wo der Sturm am Freitagnachmittag einsetzte, darunter Texas, Mississippi, Louisiana und Tennessee. Doch auch aus Alabama und Kentucky wurden bereits erste Ausfälle gemeldet. Gleichzeitig warnten die Behörden vor möglicherweise „lang anhaltenden Stromausfällen“ in einigen Landesteilen.

Massive Ausfälle waren schon vorab befürchtet worden – etwa durch umknickende Bäume oder weil oberirdische Leitungen durch das Gewicht von Blitzeis brechen können. Seit Tagen warnen US-Meteorologen vor einem der wohl größten Winterstürme der vergangenen Jahre. Zahlreiche Staaten haben den Notstand ausgerufen, um im Ernstfall schneller Hilfsgelder und Personal mobilisieren zu können.

Der Sender NBC News berichtete von gefühlten Temperaturen von minus 35 Grad Celsius in Teilen des Landes. Das sei es ungewöhnlich kalt, selbst für diese Jahreszeit.

Tausende Flüge gestrichen

Heftige Schneefälle führen laut Behörden zu Verkehrsbeeinträchtigungen und Sperrungen, von denen einige mehrere Tage andauern könnten. Eisanlagerungen erzeugten teilweise „extrem gefährliche“ Reisebedingungen. Am Sonntag seien mehr als 17 000 Flüge gestrichen worden und damit so viele wie seit der Pandemie nicht mehr, berichtet CNN unter Berufung auf die Luftfahrtanalysefirma Cirium. Das seien 38 Prozent aller inländischen Flüge. Auch mehrere Zuglinien strichen ihre Verbindungen.

Stillstand am New Yorker LaGuardia-Airport.
Stillstand am New Yorker LaGuardia-Airport. (Foto: CHARLY TRIBALLEAU/AFP)

Außerdem seien Autobahnen aufgrund gefährlicher Straßenbedingungen teilweise gesperrt. Der Sender berichtete von mehreren Unfällen, etwa in Kentucky. Die andauernde Kälte droht auch in den kommenden Tagen Teile des Landes lahmzulegen.

Die Behörden riefen die Menschen auf, ihre Wohnungen möglichst nicht zu verlassen und das Auto stehenzulassen. In Washington sind die Menschen außerdem dazu aufgerufen worden, Taschenlampen bereitzulegen und ihre Handys aufzuladen. In Houston, Boston und New York etwa bleiben am Montag die Schulen geschlossen, zudem sollten laut NBC News in allen fünf Bezirken Zentren eröffnet werden, in denen sich Anwohner aufwärmen können. Gerade Menschen ohne Obdach sind gefährdet: Die Kälte soll noch in die Woche hinein anhalten. Angesichts des Windes sollen sich dann selbst Teile der Golfküste bitterlich kalt anfühlen.