Es sind ja generell schlechte Zeiten für Autodiebe: Moderne Fahrzeuge sind heute gut und immer besser geschützt, besonders wenn sie teuer sind. Elektronische Wegfahrsperren sind sowieso bereits seit mehr als 25 Jahren vorgeschrieben. Dazu kommen aufwendige Alarmanlagen, Kameras und GPS-Tracker, mit denen immer festgestellt werden kann, wo sich das Fahrzeug befindet. Zudem gibt es Apps, die Besitzer überall und sofort benachrichtigen, wenn sich jemand Zugang zum Fahrzeug verschaffen will.

Kein Wunder also, wenn Kriminelle nicht mehr ganze Fahrzeuge stehlen. Sie verlegen sich vielmehr auf den Diebstahl von lukrativen Autoteilen, auf Scheinwerfer und auf teure Felgen etwa – oder auch auf Seitenspiegel. Das geht schneller, ist weniger aufwendig und mit weniger Risiko verbunden. In Außenspiegeln sind beispielsweise oft Kameras, Sensoren, Heizelemente oder andere Elektronik verbaut, die Autoteile können also sehr schnell mehrere Hundert Euro wert sein. Und sie können als Ersatzteile (Außenspiegel werden ja gerne mal abgefahren) für viel Geld weiterverkauft werden.
In den Niederlanden hat das nun offenbar überhandgenommen, insbesondere in wohlhabenderen Stadtteilen Amsterdams. Dort gibt es naturgemäß nur wenige Tiefgaragen oder gesicherte Abstellplätze, sodass auch wertvollere Fahrzeuge draußen parken müssen. Und dort werden offenbar immer öfter Autospiegel von teuren Fahrzeugen geklaut.
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Doch die Autobesitzerinnen und -besitzer rüsten auf. Auf Amsterdams Straßen sind immer häufiger teure Fahrzeuge zu sehen, deren Außenspiegel mit Beuteln geschützt werden – und zwar nicht gegen Kälte oder aus modischen Gründen, sondern gegen Kriminelle. Auf Instagram gibt es bereits Bilder vom neuen Trend der Außenspiegelhauben an Ferraris, Porsches oder Audis.
Es ist nicht nur teuer, sondern auch ärgerlich, wenn der Außenspiegel plötzlich fehlt. Wie auch die Website Autoblog berichtet, steigt die Nachfrage nach den Hauben, die etwa beim Online-Händler Amazon geordert werden können. Sie seien teilweise aus Kevlar-Spezialstoffen gefertigt, also aus besonders robustem und schnittfestem Material, aus dem beispielsweise auch schusssichere Westen oder Hosen gefertigt werden.
Damit die Hüllen nicht einfach abgezogen werden können, sind sie oft mit einem kleinen Schloss gesichert, das nicht sofort geöffnet werden kann. Die Hoffnung ist, dass so Diebe abgeschreckt werden. Denn der Diebstahl an öffentlich abgestellten Fahrzeugen muss schnell gehen, damit keine größere Aufmerksamkeit erregt wird. Doch wie immer werden die Hauben keinen vollständigen Schutz bieten – und Diebe werden einfallsreich neue Wege finden.
