Wie lebt man zwei Tage ohne Strom?


Die Geschichte muss genau in dem Moment beginnen, als die Heizung ausfällt. So lange habe ich gezögert, weil draußen das Wetter so schlecht war: minus vier Grad. Dieses Kolumnenthema habe ich noch im alten Jahr vorgeschlagen, frei nach dem Motto: „Wisst ihr, was cool wäre? Mal ohne Strom leben!“, weil ich tatsächlich wissen will, wie das so ist. Wie ich eben so bin: völlig naiv. Und dann hatte ich angefangen, es vor mir herzuschieben. Es war wahlweise zu kalt, zu unpraktisch, oder die Kinder waren im Haus.

Jetzt ist die Heizung also von allein ausgefallen, und ich liege bei knapp 14 Grad unter der Bettdecke; die Kälte hockt auf mir wie ein nasskaltes Insekt. Ich denke an die Leute in Berlin, die kürzlich ohne Versorgung ausharren mussten, und merke, wie ich plötzlich gar keine Lust mehr auf die Sache habe. Was stimmt eigentlich nicht mit mir, dass ich dauernd solche Vorschläge mache?