Werkzeuggebrauch: Wie nahe steht die Kuh dem Menschen? – Wissen

Kühe tun sich erstaunlich leicht, die Welt zu erfreuen und zu erstaunen. Es reicht, wenn sie mit Zunge und Maul einen Besen greifen und sich an Rücken und Hintern kratzen. So wie es sich Veronika, 13 Jahre alt, Schweizer-Braunvieh, auf einem Bauernhof in den Kärntner Bergen wohl selbst beigebracht hat. „Komplexer Werkzeuggebrauch“, raunen seitdem Verhaltensbiologen; und so berichteten Anfang dieser Woche Medien zwischen London, New York und München über das Kunststück dieser zugegebenermaßen bezaubernden Kuh. Nur annähernd ähnliche Aufmerksamkeit im Wissenschaftsjournalismus erreichte die Tage ein Bericht über die älteste bekannte Höhlenkunst der Weltgeschichte, gefunden auf Sulawesi: Vor mindestens 67 800 Jahren hat sich dort wahrscheinlich ein Mensch mit einem Handabdruck verewigt, daneben – deutlich jünger datiert – womöglich ein Mischwesen aus Vogel und Mensch. Was die urzeitlichen Künstler sich wohl dabei gedacht haben? Vermutlich mehr als die Kuh beim Pokratzen.