Weniger Kinder sterben vor dem fünften Lebensjahr

Die Zahl der Kinder, die das fünfte Lebensjahr nicht erreichen, sondern vorzeitig sterben, hat einen neuen Tiefstand erreicht. Wie aktuelle Zahlen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) zeigen, sank die Kindersterblichkeit auf der ganzen Welt im Jahr 2023 auf geschätzte 4,8 Millionen Mädchen und Jungen. Das waren halb so viele wie im Jahr 2000, als noch 10,1 Millionen Kinder das fünfte Lebensjahr nicht erreichten. Das heißt: Von 1000 Kindern starben 2023 immer noch 36,7. Allerdings haben sich die Fortschritte nach UNICEF-An­gaben zuletzt verlangsamt. „Es sterben weiterhin zu viele Kinder an vermeidbaren Ursachen.“

Jahrzehntelange Fortschritte seien derzeit in Gefahr, weil wichtige Geber erheb­liche Kürzungen von Hilfs­geldern angekündigt hätten, teilt UNICEF mit. „Diese Kürzungen der globalen Mittel für lebensrettende Programme für Kinder und Mütter führen zu einem Mangel an medizinischem Personal, der Schließung von Kliniken, der Unterbrechung von Impfprogrammen sowie einem Mangel an Hilfsgütern, wie etwa zur Bekämpfung von Malaria.“ Besonders gravierend seien die Auswirkungen in humanitären Krisenregionen, hoch verschuldeten Ländern und Gebieten mit schon hoher Kindersterblichkeit.

Infektionskrankheiten sind die größte Gefahr

Der überwiegende Teil der Kinder, die das fünfte Lebensjahr nicht erreichen, stirbt schon im ersten Lebensmonat, meist aufgrund von Früh­geburten und Komplikationen während der Geburt. Danach stellen Infektionskrankheiten die größte Gefahr dar. Besonders betroffen sind laut UNICEF Kinder im südlichen Afrika und in Südasien. „Bei einem Kind, das in Afrika südlich der Sahara geboren wird, ist die Wahrscheinlichkeit, vor dem fünften Geburtstag zu sterben, im Durchschnitt 18 Mal so hoch wie bei einem Kind, das in Australien oder Neuseeland zur Welt kommt.“

In Niger starben im Jahr 2023 knapp 120.000 Kinder vor dem fünften Lebensjahr, was einer Sterblichkeitsrate von 115 entsprach, in Nigeria waren es 170.000 Kinder (105). Beiden Ländern war es gelungen, die Sterblichkeitsrate seit 2000 um rund die Hälfte zu senken. „Es ist eine bemerkens­werte Errungenschaft, die Zahl der vermeidbaren Todesfälle bei Kindern auf ein Rekordtief zu ­senken“, sagte die UNICEF-Exekutiv­direktorin Catherine Russell am Dienstag. „Doch ohne die richtigen politischen Entscheidungen und ange­mes­sene Investitionen riskieren wir, diese hart erarbeiteten Fortschritte wieder zunichtezumachen.“