Weltglücksbericht: Deutsche sind wieder glücklicher – Panorama

Die Menschen in Deutschland sind wieder glücklicher. Das geht aus dem am Donnerstag erschienenen Weltglücksbericht hervor, in dem Deutschland auf Platz 17 liegt. Im vergangenen Jahr war es noch Platz 22. Am glücklichsten bleiben aber die Finnen. Das nordeuropäische Land liegt im neunten Jahr in Folge auf Platz eins.

Woran das liegt? Humor und Gelassenheit seien auf jeden Fall eine Antwort, sagt Jan-Emmanuel De Neve, einer der Autoren des diesjährigen Weltglücksberichts. „Die Finnen sind nicht besessen davon, unbedingt glücklich sein zu wollen“, erklärt er. „Sie sind offensichtlich sehr zufrieden und dankbar für alles, was sie haben, und sie nehmen sich selbst in dieser Hinsicht nicht allzu ernst, was ihnen wiederum hilft, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen.“ Etwas, das sie von den Deutschen unterscheidet, sei laut De Neve, eher zu schauen, wo man sich verbessern könnte.

In Deutschland gebe es zwischen Ost und West im Übrigen beim Glücksempfinden praktisch keinen Unterschied mehr, berichtet De Neve. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos scheint dieses Gefühl zu bestätigen: Demnach bezeichnen sich 72 Prozent der Deutschen als glücklich – ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber dem vergangenen Jahr. Die wichtigsten Glücksfaktoren in Deutschland sind demnach das Gefühl, wertgeschätzt und geliebt zu werden (40 Prozent), Familie und Kinder (35 Prozent) und körperliche Gesundheit (27 Prozent).

Laut Weltglücksbericht, der jedes Jahr um den Weltglückstag am 20. März erscheint, sind die Menschen in nordischen Ländern am glücklichsten. In die Top fünf schaffen es neben Finnland auch Island, Dänemark und Schweden. Dazwischen mischt sich auf den vorderen Rängen nur Costa Rica (Platz vier). Auf den Plätzen sechs bis zehn folgen Norwegen, die Niederlande, Israel, Luxemburg und die Schweiz. Österreich fällt um zwei Plätze zurück (19). Die USA rangieren auf dem 23. Platz (zuvor: 24).

Menschen in Europa und Nordamerika sind weniger glücklich als noch vor 15 Jahren

Am unglücklichsten sind der Statistik zufolge wie in den Jahren zuvor Menschen in Afghanistan. Auf dem vorletzten Platz liegt Sierra Leone in Westafrika. Insgesamt wurden 148 Länder bewertet.

Ein weiteres Ergebnis der Forscher: Menschen in Europa und Nordamerika sind weniger glücklich als noch vor 15 Jahren. Gleichzeitig habe die Nutzung sozialer Medien in diesem Zeitraum zugenommen. Ein direkter Zusammenhang lasse sich nach Auswertung verschiedener Studien allerdings nicht immer herstellen. Beispielsweise sei im Nahen Osten und Nordafrika das Wohlbefinden junger Menschen trotz intensiver Social-Media-Nutzung nicht gesunken.

Auf Basis subjektiver Einschätzungen liefert der Glücksbericht Einblicke, wie es um die Zufriedenheit und die wahrgenommene Lebensqualität der Menschen in aller Welt bestellt ist. In die Bewertung fließen unterschiedliche Faktoren wie die nationale Wirtschaftsleistung, Gesundheit, das Freiheitsgefühl, die Großzügigkeit der Menschen und die Wahrnehmung von Korruption ein.