Hanna Öberg hat dank einer tadellosen Schießleistung den Auftakt ins letzte Biathlon-Wochenende der Saison gewonnen. Die Schwedin siegte im Sprint über 7,5 Kilometer am legendären Holmenkollen in Oslo vor Lisa Vittozzi aus Italien (+5,3 Sekunden) und ihrer Schwester Elvira Öberg (+20,1). Lou Jeanmonnot holte sich derweil nach der Sprint-Kugel auch den Gesamtweltcup.
Bei strahlendem Sonnenschein und 9 Grad Celsius waren viele Athletinnen mit kurzen Ärmeln unterwegs. Wegen der warmen Witterung und dem tiefer werdenen Schnee war die Startreihenfolge geändert worden, so dass die Topbiathletinnen früh ins Rennen gingen.
Jeanmonnot gewinnt Gesamtweltcup
Lou Jeanmonnot hatte die kleine Kristallkugel in der Sprintwertung bereits vor dem Rennen sicher. Nach einer Strafrunde konnte die Französin heute jedoch nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen. Jeanmonnot wurde Sechste (+52,0) – als großen Trost gewann sie vorzeitig den Gesamtweltcup.
Alle Deutschen müssen in die Strafrunde
Auf deutscher Seite unterstrich Marlene Fichtner zunächst ihre gute Form. Ohne Fehler beim Liegendschießen startete die Deutsche stark. Weil Fichtner stehend eine Scheibe stehen ließ und sie auch in der Loipe nicht besten Tag erwischte, reichte es am Ende aber nicht für die besten 40 (+2.04,9). „Auf der Strecke habe ich mich am Ende schon schwergetan“, sagte Fichtner, die ihr Debüt am Holmenkollen feierte, im ZDF.
Auch die anderen Deutschen mussten in die Strafrunde. Janina Hettich-Walz, Julia Tannheimer und Selina Grotian schafften es dann auch nicht unter die besten 20. „Läuferisch war es in Ordnung“, sagte Hettich-Walz, „von den beiden Fehlern war aber mindestens einer zu viel. Ich habe einfach nicht geschafft, meine Waffe ruhig zu bekommen.“
Beste Deutsche war wieder einmal Vanessa Voigt. Sie verfehlte eine Scheibe und reihte sich auf Platz 16 ein (+1.23,8). „Da war heute mehr drin„, zeigte sich Voigt am ZDF-Mikrofon unzufrieden. Besonders über ihre Laufleistung sei sie nicht glücklich.
Bangen um Startplätze in der kommenden Saison
Für das deutsche Biathlon-Team der Frauen geht damit das Warten auf den ersten Weltcup-Sieg in dieser Saison weiter.
In der Nationenwertung verteidigte Deutschland immerhin Platz fünf und den Vorsprung die sechstplatzierten Finninnen. „Das soll nicht arrogant klingen, aber das sollte schon drin sein für eine Biathlon-Nation wie Deutschland“, betonte Voigt. Platz fünf ist wichtig, weil nur die besten fünf Nationen im Weltcup sechs Startplätze für die nächste Saison bekommen.
Nach vielen Jahren auf Platz eins der Nationenwertung ging es für die deutschen Biathletinnen ab 2020 bergab. Auf den Topplätzen liegen Schweden, Frankreich, Norwegen und Italien.
