Mathias Döpfner gibt sich gern als Verteidiger der Meinungsfreiheit. In einer Zeit schlimmer links-woker Diskursverengung hält der Springer-Chef unbeirrt die gesamte Breite des Meinungskorridors auf – bis zu ihren Rändern. Unlängst plauderte er mit Holger Friedrich, dem Verleger der Berliner Zeitung, für den durchaus lobende Worte fand („Disruptor“, „Eroberer“). Die Blätter seines Hauses stellt er zudem Autoren zur Verfügung, die drei Preisklassen darüber boxen. So druckte er Ende 2024 in der Welt einen Text des libertären US-Tech-Milliardärs Elon Musk, in dem dieser kurz vor der Bundestagswahl herzliche Sympathien für die AfD zum Ausdruck brachte. Zwölf Monate später konnte die Redaktion einen erwartungsgemäß ähnlich gelagerten Text von AfD-Gründer Alexander Gauland gerade noch verhindern. Verluste nimmt Döpfner dafür in Kauf. Der Musk-Text beispielsweise kostete die Welt einige Redakteure.
