Beim Südwestrundfunk sollen die Direktionen reduziert werden. Dabei sollen zwei Amtsträger ausscheiden, obwohl ihre Verträge noch bis 2028 laufen. Damit drohen kostspielige Gehaltsfortzahlungen ohne entsprechende Gegenleistung.
Die Erwartungen hat Kai Gniffke ziemlich hoch gelegt. Der Intendant des Südwestrundfunks (SWR) spricht von einem „historischen Meilenstein“. Damit meint er „die größte Reform“ in der 28-jährigen Geschichte der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt. Es geht um einen umfassenden Umbau, ermöglicht durch die Politik in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Sie änderte im vorigen Jahr den SWR-Staatsvertrag so, dass sich der Sender selbst flexiblere Strukturen geben kann. „So eine Chance darf man nicht vergeigen“, sagte Gniffke Ende 2025 im SWR-Rundfunkrat, als er die Reformen in groben Zügen vorstellte.
Und so wird der SWR umgebaut: Ab Anfang 2027 gibt es nur noch sechs Direktionen. Zwei weniger als bisher. Die Landessenderdirektionen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz werden aufgelöst. Von Stuttgart bzw. Mainz aus sind sie bisher für die aktuelle Regionalberichterstattung aus beiden Ländern zuständig. Diese Aufgaben werden in andere Direktionen integriert, die zu einem großen Teil neu zugeschnitten werden. Gniffkes Ziel: „einen noch effizienteren und flexibleren SWR zu bauen“.
Damit liegt der umtriebige Intendant auf Linie mit der Landespolitik. Mit ihrer Staatsvertragsnovelle reagierte sie auf den Medienwandel, um den SWR zukunftssicher aufzustellen. Es gehe auch um einen „klaren Fokus auf mehr Effizienz und Sparsamkeit“, hob der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hervor. Doppelstrukturen fielen weg, ergänzte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD). Doch die praktische Umsetzung des Umbaus könnte noch für Ärger sorgen – sowohl bei der Politik als auch im SWR.
