Die „Mang-Nase“ ist deutschlandweit und darüber hinaus bekannt: Professor Werner Mang ist der Schönheitschirurg, dem die Reichen und Schönen vertrauen. Auch zahlreiche Prominente nahmen bereits auf seiner Behandlungsliege am Bodensee Platz. So hat sich der 76-Jährige – seine Geburtstage feierte er in der Vergangenheit mit VIP-Gästen wie Mark Keller und Nino de Angelo – über die Jahre auch selbst einen gewissen Promi-Status erarbeitet.
Dass Werner Mang die Öffentlichkeit scheut, kann man also nicht behaupten. Oft genug sieht man den Chirurgen, der die Leitung seiner Bodenseeklinik in Lindau bereits vor drei Jahren an Tochter Gloria übergeben hatte, in Magazinen oder bei Fernsehauftritten. Doch jetzt tritt der Arzt auf eine ganz andere Bühne: Werner Mang will am kommenden Sonntag in einer Wallfahrtskirche eine Fastenpredigt halten.
Promi-Doc Werner Mang: Vom OP-Saal auf die Kanzel
Die AZ erreicht den Chirurgen am Mittwoch – natürlich – zwischen zwei OPs. Das Gotteshaus, in dem Werner Mang am Sonntag auf der Kanzel stehen soll, liegt auf dem Berg Bussen, der im Volksmund auch als Heiliger Berg Oberschwabens bezeichnet wird.
Den zugehörigen Pater Alfred Tönnies habe er auf einem privaten Treffen vor Weihnachten kennengelernt, so Mang auf Nachfrage der AZ. „Er war fasziniert von meinem Glauben und meinem Beruf.“ Der 76-Jährige hat eine klare Meinung zu seinem Geschäft mit der Schönheit: Die Bodenseeklinik sei keine „Botoxklinik“, macht der Schönheitschirurg deutlich: „Ich nehme den Menschen den Druck, sodass sie innerlich zufrieden werden. Das ist die Basis für ein erfülltes Leben.“

© bernhard huber munich
von bernhard huber munich
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Bei den Fastenpredigten sprechen Gäste aus Politik, Gesellschaft, Medien oder Wirtschaft über eine selbstgewählte Stelle aus Bibel, Koran oder anderen Schriften – eingebettet in einen Gottesdienst. Die Predigt dauert etwa 30 Minuten. 2024 predigte dort auch schon Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).
Tägliche Gebete gehören zum Ritual des plastischen Chirurgen
Dass nun ausgerechnet ein prominenter Schönheitschirurg auf der Kanzel stehen soll, mag manche dennoch erstaunen. Doch Mang beschreibt sich selbst als tiefgläubigen Menschen. Nicht nur sei er in einem „behüteten, christlichen Elternhaus aufgewachsen“ (der Vater Forstdirektor, die Mutter „liebevolle Ehefrau“, so Mang), selbstredend war er in seiner Jugend auch Ministrant. Und der Glaube begleitet den Chirurgen bis heute: „Jährlich mache ich eine Wallfahrt auf dem Jakobsweg. Das tägliche Abendgebet gehört zu meinem Ritual“, sagt er der AZ.
Angesichts der weltweiten Auseinandersetzungen und Tragödien sind die Ideale der Bergpredigt aktueller denn je
Prof. Dr. Werner Mang
Beauty-Doc der Stars
In seiner Predigt soll es passenderweise um die Fastenzeit gehen: „Das ist mehr als Handyverzicht und Aschermittwoch-Satire auf dem Nockherberg“, sagt Mang. Die 40-tägige Fastenzeit biete eine wunderbare Gelegenheit, in sich zu gehen, über das eigene Leben nachzudenken und es zu reflektieren. Und, ganz der Arzt: „Nebenbei ist Fasten auch äußerst gesund.“
Orientieren will sich der Promi-Doc dabei an der Bergpredigt: „Angesichts der weltweiten Auseinandersetzungen und Tragödien sind die Ideale der Bergpredigt aktueller denn je.“ Er selbst wolle bis Ostern etwa auf Süßigkeiten verzichten.
Übrigens: Der Sohn des bekannten Schönheitschirurgen, Thomas Mang, hat sich in München bereits als Architekt in Sachen Interior Design einen Namen gemacht. In einem AZ-Interview mit dem Vater-Sohn-Duo vor zwei Jahren sagt Mang über seinen Sohn: „Ich kenne viele Promi-Kinder, die große Probleme haben und ihr Dasein als Erben fristen.“ Sein Sohn tue das nicht.
Apropos Erbe: Der christliche Glaube an ein Leben nach dem Tod sei es auch, der Werner Mang Halt gebe: „Mal schauen, ob ich in den Himmel komme.“ Der Promi-Arzt lacht.
