Villa Beer in Wien: Bullauge im Villenviertel

Lange fristete die Villa Beer ein Schattendasein in Hietzing. Jetzt wird der herausragende Bau der Wiener Moderne zu einem Hausmuseum.

Villa Beer in Wien: Aufgebrochene Bauhausästhetik des Architekten Josef Frank
Aufgebrochene Bauhausästhetik des Architekten Josef Frank
© Hertha Hurnaus/​Villa Beer

An der blendend weißen, gestaffelten Frontfassade der Villa Beer in Hietzing sticht vor allem ein Detail ins Auge: Inmitten all der rechteckigen Fenster hat eines eine Rundform – wie das Bullauge eines Ozeandampfers oder wie ein drittes Auge, das den Besucher anstarrt. Die gestalterische Abweichung hat vor allem damit zu tun, dass der Architekt Josef Frank ein Faible für ostasiatische Kunst und Kultur hatte: „Und dieses Mondtor setzte er sehr bewusst als Symbol für die asiatische Baukunst ins Ensemble“, sagt Lothar Trierenberg, Leiter der gemeinnützigen Villa Beer Foundation. Der Raum hinter dem Fenster habe als Teesalon gedient, sagt Trierenberg, in dem die Industriellenfamilie Beer ihre Asiatika-Sammlung und ihre Seidenteppiche unterbrachte. Margarethe Beer, die Pianistin war, ließ dort auch einen Bösendorfer Flügel aufstellen, um Hauskonzerte geben zu können.