

Siegpflicht erfüllt, aber das kleine Fußballwunder blieb aus: Trotz eines 3:2 (2:1) dank eines Last-Minute-Tores im Vorrundenfinale der Europa League gegen die Young Boys Bern muss der VfB Stuttgart den Umweg über die Play-offs nehmen. Die erforderliche Schützenhilfe für den theoretisch noch möglichen direkten Achtelfinaleinzug blieb aber aus.
Die Stuttgarter dominierten die Partie gegen anfangs schwache Gäste zunächst klar und hatten nach einem furiosen Start nach nicht einmal sieben Minuten schon zweimal getroffen. Doch die Führung dank des Doppelschlags des Offensivduos Deniz Undav (6. Minute) und Ermedin Demirovic (7.) gaben die Schwaben nach ausgelassenen Chancen und Nachlässigkeiten in der Defensive wieder her.
VfB Stuttgart gegen Celtic Glasgow oder Ludogorez Rasgrad
In der zweiten Hälfte sah es nach einem Dämpfer aus, ehe Andres Chema in der 90. Minute doch noch den vierten Heimsieg im vierten Auftritt vor eigenem Publikum in dieser Europa-League-Saison perfekt machte. Armin Gigovic (42.) und Sandro Lauper (57.) hatten für Bern zwischenzeitlich ausgeglichen.
Am Freitag (13.00 Uhr) werden am UEFA-Hauptsitz in Nyon die Zwischenrunden-Paarungen ausgelost. Angesichts des Wettbewerbsformats kommen nur zwei mögliche Gegner infrage. Gespielt wird mit Hin- und Rückspiel am 19. und 26. Februar. Der VfB kann dabei auf Celtic Glasgow oder Ludogorez Rasgrad treffen.
Für ihre Minichance, doch noch das Achtelfinale direkt zu erreichen, mussten die Stuttgarter gewinnen. Und nach einer weiß-roten Choreographie begann die Partie verheißungsvoll. Weit in der Hälfte der Gäste eroberte Innenverteidiger Finn Jeltsch den Ball, und nach einer Kombination auf der rechten Seite hatte Undav aus kurzer Distanz wenig Mühe, den Ball über die Linie zu drücken.
Eindringlich hatte Berns Trainer Gerardo Seoane, bis September Coach von Mönchengladbach, vor dem Instinktfußballer gewarnt. Doch der glänzte gleich in der nächsten Aktion auch als Vorbereiter für die Sturmspitze Demirovic.
Die Stuttgarter hatten nicht genug, setzten den kriselnden Tabellensechsten der Schweizer Liga weiter unter Druck – und kamen zu vielversprechenden Chancen. Nicht nur, als der Schuss von Jeltsch von YB-Keeper Marvin Keller an den Pfosten gelenkt wurde, hätte der VfB erhöhen können.
Lange hatten die Schwaben das Geschehen im Griff. Doch kurz vor der Pause machte es der Anschluss von Gigovic wieder spannend. Vor dem Gegentor war der Pass des überraschend in der Startelf aufgebotenen Ersatzkeepers Fabian Bredlow beim Gegner gelandet.
VfB-Coach Hoeneß hatte zwar angekündigt, das Spiel ernst nehmen zu wollen, dem zuletzt stark parierenden Nationaltorhüter Alexander Nübel aber dennoch einen Abend zum Verschnaufen gegönnt.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Schweizer, die aufgrund einer UEFA-Sanktion auf ihre Anhänger verzichten mussten, zum in der ersten Hälfte kaum für möglich gehaltenen Ausgleich. Bei einem Eckball übersahen die Stuttgarter an der Strafraumgrenze Lauper, der den Ball per Volleyschuss zum Ausgleich ins Tor hämmerte.
Bredlow musste seine Elf später sogar vor einem Rückstand bewahren, ehe Chema in der letzten Minute doch der Siegtreffer gelang. Für das direkte Weiterkommen reichte es aber nicht.
