

Ist es die seit Monaten ellenlange Verletztenliste, die Sechzigs Aufholjagd torpediert? Ist es die auffällige Häufung an Fehlentscheidungen, die dem Löwen immer wieder Stöckchen zwischen die Beine wirft? Ist es gar der turbulente Traditionsverein TSV München von 1860 selbst, der sich im Aufstiegs-Wege steht?
Die enorme Erwartungshaltung, der damit einhergehende negative Stress, der höherklassige Profis traditionell erstmal lahmlegt, nachdem sie auf Giesings Höhen aufschlagen? Sind es die ständigen Rauswürfe und Rochaden auf Funktionärsebene, die alljährlichen Umbrüche, die einen sichtlichen Fortschritt verhindern, Stichwort Kontinuität?
Warum 1860 immer wieder scheitert? Es ist von allem etwas!
Oder färben die ganzen vereinspolitischen Querelen zu sehr ab, das grundsätzliche Missverständnis eines mitgliedergeführten Kult-Vereins mit lästigem Investoren-Anhängsel, das einvernehmlich-professionelle Planungen Jahr für Jahr erschwert? Die leidige Stadionfrage? Die Antwort könnte einfacher kaum sein: Es ist von allem etwas!
Wirft man einen Blick auf die harten Fakten, so zeigt sich: Sechzig hat mit 33 Punkten eine nahezu ausgeglichene Bilanz (neun Siege, sechs Remis, acht Pleiten), weder eine herausragende Abwehr (35 Gegentore), noch einen außergewöhnlichen Sturm (34 Treffer). All das ist graue Maus, Drittliga-Durchschnitt. Spätestens nach dem 1:2 gegen die Stuttgarter Bubis müssen sich die Löwen eingestehen: Sie sind – unter all den Voraussetzungen – einfach nicht gut genug für den Aufstieg.
