Verbände schlagen Alarm: Durch Fahrermangel drohen gravierende Engpässe

Mehrere Wirtschaftsverbände fordern wegen eines zunehmenden Fahrermangels in der Logistik ein Gegensteuern durch die Politik. „Heute fehlen in Deutschland bereits mehr als 70.000 Fahrer“, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben an die Bundesregierung. Der demografische Faktor habe auch für die Transportwirtschaft immense Folgen. Etwa jeder dritte Berufskraftfahrer im Straßengüterverkehr sei älter als 55 Jahre.

Jedes Jahr gingen 30.000 bis 35.000 Fahrer in Rente. Dem stünden jährlich nur 15.000 bis 20.000 Berufseinsteiger gegenüber. „Damit sind gravierende Engpässe im Straßengüterverkehr absehbar“, heißt es in dem Papier, das etwa vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Handelsverband Deutschland (HDE), der Chemieindustrie (VCI) und dem Logistikverband BGL unterzeichnet wurde.

Diese breite Allianz fordert die Regierung zum Handeln auf, um Logistikketten ⁠und Versorgungssicherheit zu erhalten. Vorgeschlagen wird dazu eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Verbände und der betroffenen Ressorts, um Lösungen zu finden. „So erschweren die ⁠mangelhafte Infrastruktur etwa in Bezug auf fehlende Lkw-Stellplätze und die Aufenthaltsqualität an Parkplätzen den Berufsalltag“, beklagen die Verbände. Das für die Logistikunternehmen schwer in ihre Planungen einzubeziehende Baustellenmanagement an den Fernstraßen führe zu unnötigen Staus und damit zu wenig verlässlichen Arbeitszeiten. „Hier ist konsequentes Umsteuern notwendig.“

Zudem wird die Fahrerausbildung als vielfach nicht ⁠mehr zeitgemäß und teuer kritisiert. Die Ausbildung müsse praxisnäher und dabei auch die Chancen der Digitalisierung besser genutzt werden. Die Verbände machen sich außerdem dafür stark, die Zuwanderung in den Fahrerarbeitsmarkt zu erleichtern. „Der Straßengüterverkehr leidet an einem hohen Grad an Regulierung und Bürokratie“, wird in dem Papier betont. „Hier müssen pragmatischere Regeln gefunden werden, insbesondere in ⁠Bezug auf die Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen und Nicht-EU-Fahrerlaubnissen.“