

Durch den Verkauf venezolanischen Erdöls durch die USA hat Venezuela nach Angaben der Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez 300 Millionen Dollar (256 Millionen Euro) eingenommen. Das Geld, das aus einem Verkauf im Wert von 500 Millionen Dollar stamme, werde genutzt werden, um den Devisenmarkt zu „stabilisieren“ und „die Einkommen und die Kaufkraft unserer Arbeitnehmer zu schützen“, sagte Rodríguez in einer im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache.
Venezuelas landeseigene Währung, der Bolívar, ist praktisch wertlos. Im Jahr 2019 hatte der damalige Präsident Nicolás Maduro den Dollar als Währung eingeführt, um die Hyperinflation zu bekämpfen. Durch die seit sechs Jahren bestehenden US-Sanktionen gegen venezolanisches Erdöl herrscht jedoch ein Mangel der US-Währung in dem südamerikanischen Land, wodurch ihr Wert in die Höhe geschnellt ist. Durch Interventionen am Devisenmarkt will die Regierung die Kluft zwischen dem offiziellen Dollarkurs und dem Schwarzmarktkurs schrittweise verringern.
USA kontrollieren Ölverkäufe
Die USA hatten Anfang Januar einen Militärangriff gegen Venezuela ausgeführt und Maduro und dessen Frau Cilia Flores gefangen genommen. Dem linksgerichteten langjährigen Staatschef soll in den USA wegen „Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden.
Das Weiße Haus hatte nach dem Angriff erklärt, der Verkauf des venezolanischen Öls werde „auf unbestimmte Zeit“ von Washington kontrolliert. US-Präsident Donald Trump erklärte, das Erdöl könne zum Marktpreis verkauft werden und die Erlöse würden sowohl den USA als auch Venezuela zugutekommen.
Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdöl-Vorkommen der Welt, bis 2005 war das Land einer der wichtigsten Öllieferanten der USA. Allerdings ist die derzeitige Fördermenge dafür recht gering. Experten zufolge ist das auf einen jahrelangen Mangel an Investitionen in die Infrastruktur sowie US-Sanktionen zurückzuführen. Nach einem Höchststand von mehr als drei Millionen Barrel pro Tag Anfang der 2000er Jahre produzierte Venezuela zuletzt etwa eine Million Barrel pro Tag – rund zwei Prozent der weltweiten Gesamtmenge.
