Bruno Valentinetti tut so, als verstehe er die ganze Aufregung nicht: „Wie? Das soll Giorgia Meloni sein? Das sagen Sie. Aber es ist nicht Giorgia Meloni“, betonte der 82-jährige Kirchendiener und Dekorationsmaler das ganze Wochenende über. Er hat in der Kirche San Lorenzo in Lucina, einer der ältesten Kirchen Roms und damit des Christentums, die Restaurierung eines gemalten Engels zu verantworten, über die sich am Wochenende, je nach politischen Vorlieben, halb Italien echauffierte oder amüsierte. Denn die Ähnlichkeit des von ihm restaurierten Engelsgesichts mit dem Antlitz der Regierungschefin ist, auch wenn es Valentinetti selber nicht zugeben mag, verblüffend. Man könnte sogar sagen: Er hat Giorgia Meloni richtig gut getroffen.
