US-Staatsanleihen: Die F-Bombe | DIE ZEIT

Europa hält US-Staatsanleihen in Höhe von acht Billionen US-Dollar. Sollten europäische Investoren US-Papiere abstoßen, um den USA zu schaden?



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US-Staatsanleihen: Die Europäer halten viele US-Staatsanleihen – eine Möglichkeit, auf Donald Trump Druck auszuüben?
Die Europäer halten viele US-Staatsanleihen – eine Möglichkeit, auf Donald Trump Druck auszuüben?
© Gary Alvis/​Getty Images

Es klingt nach dem Drohpotenzial, das die Europäer in diesen Tagen verzweifelt suchen: Wie wäre es, wenn europäische Finanzinstitutionen ihre Bestände an US-Staatsanleihen auf den Markt werfen und dadurch einen Preisverfall der US-amerikanischen Kreditpapiere auslösen? Das würde die hoch verschuldeten USA empfindlich treffen und könnte Präsident Trump zum Einlenken in der Grönlandfrage bringen. So oder ähnlich lauten die Ideen, die selbst in Finanzkreisen inzwischen heiß debattiert werden. 

Die USA hätten trotz ihrer militärischen und wirtschaftlichen Stärke eine entscheidende Schwäche, argumentierte jüngst etwa George Saravelos, der Chef der Devisensparte bei der Deutschen Bank, in einer Analyse: „Sie sind darauf angewiesen, dass andere ihre Rechnungen über große Außenhandelsdefizite bezahlen“, schreibt Saravelos. „Europa hingegen ist Amerikas größter Kreditgeber: Europäische Länder besitzen US-Anleihen und -Aktien im Wert von acht Billionen Dollar, fast doppelt so viel wie der Rest der Welt zusammen.“