US-Republikaner verschenken Trump-Socken an russische Duma-Abgeordnete – Panorama

Bestimmt wäre es angebrachter, sich an dieser Stelle eher mit den politischen Sümpfen zu befassen, welche sich derzeit mal wieder weltweit auftun. Doch der US-amerikanische Präsident lässt dem Berichterstatter hier keine andere Wahl: Es müssen nun die politischen Strümpfe in den Blick genommen werden. Denn, wie russische Medien gerade jubeln: Fünf Duma-Abgeordneten, die, warum auch immer, von konservativen US-Kongressmitgliedern aufs Herzlichste empfangen wurden, sind in Washington lustige bunte Socken überreicht worden. Diese zeigen den US-Präsidenten. Womöglich wachsen sogar eine Art Haare (blond) aus dem Saum heraus. Unter Republikanern sollen sich die politischen Glühstrümpfe bereits seit einiger Zeit größter Beliebtheit erfreuen.

Fußfetischismus ist ja etwas, was uns alle angeht und von Sigmund Freud bis Quentin Tarantino auch schon viele große Geister beschäftigt hat. Es handelt sich um eines dieser Rätsel des menschlichen Daseins, warum – neben der Mücke – auch der ein oder andere Zweibeiner ein seltsam erotisches Verhältnis zu Beinverkleidungen samt ihrer Inhalte entwickeln kann (der griechische Dichter Philostratus riet: „Lass deine Füße nackt!“). In den USA werden sogar komplette Sport-Mannschaften nach ihren Socken benannt („Chicago White Sox“, „Boston Red Sox“). Im deutschsprachigen Raum indes sind Socken eher Thema in Kinderbüchern („Rabe Socke“), Kinderliedern („Die Sockenfresser-Waschmaschine“), eher kindischen politischen Kampagnen oder Regelungen der örtlichen FKK-Wandergruppe, wonach beim kommenden Ausflug allein Strümpfe und Schuhe zum Schutz vor Kälte erlaubt seien, da sonst ein Ausschluss drohe.

Und natürlich, Socken haben auch immer eine politische Dimension. Der ehemalige kanadische Premier Justin Trudeau etwa tauchte vor einigen Jahren mal auf dem Davoser Weltwirtschaftsgipfel in sehr, sehr bunten Enten-Socken auf, da war die Stimmung gleich entspannter. US-Präsident Bill Clinton nannte seinen Hauskater „Socks“, das gilt es von Historikern noch richtig einzuordnen, ebenso die Wahl zweier unterschiedlich grauer Socken von Robert Habeck während seines Moschee-Besuchs als Bundeswirtschaftsminister im Oman.

In einem Video auf Instagram hielt vor wenigen Tagen die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann ein Paar Socken in die Kamera, welche man ihr während eines Pressetermins in einem israelischen Ministerium geschenkt hatte: Auf den Socken waren Raketenabwehr-Batterien des israelischen „Iron Dome“ zu sehen. Womöglich war auch das nett gemeint.

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Und so wünscht man den russischen Duma-Abgeordneten, dass ihnen die Trump-Socken hoffentlich besser passen als jene viel zu großen Lederschuhe, welche der US-Präsident kürzlich seinem Außenminister Marco Rubio geschenkt hat. Aus mitteleuropäischer Sicht allerdings sei allen Sockenverschenkern an dieser Stelle mal ein Satz des – leider aus vielen Lehrplänen mittlerweile gestrichenen – Goethe mit allerheftigster Wucht auf ihren großen Zeh geknallt: „Setz dir Perücken auf von Millionen Locken, Setz deinen Fuß auf ellenhohe Socken, du bleibst doch immer, was du bist.“