Urteil in Hamburg: Messerangreiferin vom Hauptbahnhof muss in Psychiatrie – Panorama

Acht Monate nach dem Messerangriff im Hamburger Hauptbahnhof mit zahlreichen Verletzten muss die 40 Jahre alte Täterin dauerhaft in die Psychiatrie. Das hat das Hamburger Landgericht entschieden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die psychisch kranke Frau auf einem Bahnsteig wahllos auf Reisende eingestochen hat. Während sechs Personen ausweichen konnten, erlitten 15 Menschen zum Teil erhebliche Schnitt- oder Stichverletzungen. Rechtlich wertete das Gericht die Tat als versuchten Totschlag in 21 Fällen, davon in 15 Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Das Gericht geht davon aus, dass die Frau wegen einer psychischen Erkrankung bei der Tat schuldunfähig war. Sie leide an einer mit Realitätsverkennung einhergehenden paranoiden Schizophrenie und höre Stimmen, hieß es. Die Angeklagte sei aufgrund ihrer Krankheit eine Gefahr für die Allgemeinheit und müsse auf Dauer in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden.

Früheren Angaben zufolge wurden bei dem Angriff drei Frauen im Alter von 24, 52 und 85 Jahren und ein 24 Jahre alter Mann lebensgefährlich verletzt. Eine Frau musste notoperiert und in ein künstliches Koma versetzt werden.

Am 23. Mai 2025 hatte die damals 39-jährige Deutsche am Hamburger Hauptbahnhof insgesamt 15 Passanten verletzt. Zuvor hatte die Frau das Tatmesser mit einer 8,5 Zentimeter langen Klinge in einem Drogeriemarkt gestohlen. Bereits in der Bahnhofshalle packte sie das Messer aus und fuchtelte damit in der Luft herum, jedoch ohne Passanten zu verletzen. Ein Passant bemerkte das Messer der Frau, als diese auf der Treppe in Richtung Fernbahngleise unterwegs war, und alarmierte die Polizei. Am Gleis stach die Frau in nur 24 Sekunden wahllos auf Reisende ein. Noch vor dem Eintreffen der Polizei gelang es zwei Zeugen, die Frau zu stoppen. Sie traten ihr das Messer aus der Hand und hielten sie auf dem Boden fest, bis die Polizei eintraf.

Am Tag zuvor war die Frau noch in einer psychiatrischen Klinik im Landkreis Cuxhaven gewesen. Sie war Anfang Mai aufgenommen und drei Wochen lang behandelt worden, dann entließ die Klinik sie. Die Frau war auch früher schon durch gewalttätige Aktionen aufgefallen. Nach der Tat wurde sie vorläufig in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.