
Deutschland steht eine turbulente Wetterlage bevor: Von der Nacht zum Freitag an kann Sturmtief Elli für kräftige Schneefälle und mögliche Schneeverwehungen sorgen. Laut der Warnung des Deutschen Wetterdienstes sind insbesondere Ostdeutschland, der Harz und die Region zwischen Bremen und Hamburg betroffen.
Im Süden und Westen Deutschlands soll der Schnee – bei ebenfalls stürmischem, aber aus südwestlichen Richtungen wehendem Wind – indes bis Freitagfrüh rasch in Regen übergehen. Örtlich besteht dort dann Glatteisgefahr. Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sprach von „einem echten Wetterkrimi“. In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die zehn oder regional bis zu 20 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Dabei kann der kräftige Wind die lockere Schneedecke verwehen und zu größeren Behinderungen auf den Verkehrswegen führen. Welche Auswirkungen der extremen Wetterlage bereits spürbar sind und was noch zu befürchten ist:

:DWD warnt vor Glatteis und starken Schneefällen mit Verwehungen
Am Freitag bringt Tief „Elli“ starken Wind und vor allem im Norden viel Schnee mit sich, im Süden droht Glatteis. Wie es dazu kommt und mit welchen Gefahren zu rechnen ist.
Zugausfälle, eingestellter Fährbetrieb und erhöhtes Unfallaufkommen
„Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können“, hieß es bereits von der Deutschen Bahn. Diese kündigte witterungsbedingt Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr an.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) wiederum sieht Autobahnen und die Deutsche Bahn gut gerüstet. Mit Blick „auf die anstehende Schneefront“ sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Alle verfügbaren Kräfte sind auf den Straßen, Bahnhöfen und Schienen unterwegs, damit die Verkehrswege sicher befahrbar bleiben.“

:In vollen Zügen genießen
Welche schöne, traurige oder kuriose Geschichten haben Sie mit der Deutschen Bahn erlebt? Erzählen Sie sie uns!
Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert (bisher BSW) riet, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu verschieben oder deutlich mehr Zeit einzuplanen. Auch im Gebiet des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen könne es in den kommenden Tagen zu Verspätungen und Teilausfällen im öffentlichen Nahverkehr kommen, sagte eine Sprecherin. Nahverkehrsbetriebe in Schleswig-Holstein schlossen nicht aus, dass der Betrieb eingestellt werden muss.
Reisen auf dem Wasser sind ebenfalls betroffen: Der Fährverkehr zwischen dem Festland und den Inseln Langeoog, Wangerooge, Spiekeroog, Juist und Norderney wird am morgigen Freitag komplett eingestellt. Es könne zu orkanartigen Böen, unwetterartigen Schneefällen und zu Niedrigwasser kommen, wie eine Sprecherin der Inselgemeinde Langeoog mitteilt. Ein sicherer Schiffstransport sei so nicht möglich. Auch die Verbindungen zu anderen Nordseeinseln werden voraussichtlich eingeschränkt sein.

:DWD warnt: Spiegelglatte Straßen durch Sturmtief „Elli“
Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit Glatteis und Neuschnee in vielen Regionen Bayerns. Zum Wochenende könnte sich die Lage noch verschärfen.
Aktuell gibt es Meldungen von Polizeistationen über erhöhtes Unfallaufkommen, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Im niedersächsischen Gehrde (Landkreis Osnabrück) ist ein Autofahrer bei einem Unfall ums Leben gekommen – die Polizei schließt Glätte als Ursache nicht aus.
Schulausfälle in Niedersachsens und Hamburg
Wegen des Winterwetters bleiben die Schulen in ganz Niedersachsen am Freitag für den regulären Schulbetrieb geschlossen. Während es an einigen Schulen Distanzunterricht geben soll, fällt der Unterricht an anderen aus.

Hamburg und Bremen haben ebenfalls angekündigt, dass die Schulen am Freitag geschlossen bleiben und so weit wie möglich Distanzunterricht angeboten wird. Weitere Bundesländer könnten noch dazukommen.
Winterdienst und Müllabfuhr teilweise eingeschränkt
Ausgerechnet vom heutigen Donnerstag an muss der Winterdienst im niedersächsischen Hildesheim wegen Lieferengpässen beim Streusalz seinen Einsatz auf Straßen und Wegen einschränken. Und in Mecklenburg-Vorpommern könnte ein Streikaufruf dazu führen, dass es zu personellen Engpässen beim Winterdienst kommt, wie es vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr hieß. Hintergrund seien die aktuellen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder.
In Niedersachsen wird in vielen Regionen wegen des Wetters der Müll nicht abgeholt, weil Fahrzeuge der Entsorgungsbetriebe wegen glatter Straßen nicht überall durchkommen. Auch in Hamburg gibt es derzeit teils Einschränkungen bei der Müllabfuhr.
