
Menschen seien „in ihrer Verwundbarkeit miteinander verbunden“, sagt die Philosophin Jule Govrin. Sie plädiert für einen „Universalismus von unten“ – als Gegengift zu Elon Musks libertärem Autoritarismus.
Man kann sich schwer vorstellen, dass Donald Trump in seinem Leben viele Romane gelesen hat, aber sein Lieblingsroman ist angeblich Ayn Rands „The Fountainhead“. Das Buch ist so etwas wie ein Manifest des rabiaten Egoshootertums und eine Bibel der amerikanischen Libertären. Der Romanheld, ein Architekt und genialer Visionär, ist das Inbild des heroischen Einzelnen im Kampf gegen lästige Regeln und erdrückendes Mittelmaß: Der Starke ist am mächtigsten allein. Zwischenmenschliche Bindungen, gar so etwas wie Mitgefühl, Altruismus oder Solidarität sind in Ayn Rands Welt nur etwas für Schwächlinge. Für den libertären Autoritarismus von Tech-Oligarchen wie Elon Musk, Peter Thiel oder dessen Zögling J. D. Vance liefert Rands Feier des Hardcore-Egoismus den trivialphilosophischen Überbau. Freiheit wird zu einem anderen Wort für maximale Rücksichtslosigkeit.