Die Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo sind offiziell eröffnet. Eine bunte, aber politisch aufgeladene Feier markierte den Start der Spiele. Im Vorfeld hatte es viele Diskussionen um die Zeremonie gegeben.
In Verona sind am Freitagabend die 14. Paralympischen Winterspiele offiziell eröffnet worden. Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella erklärte das Großereignis, das hauptsächlich in Mailand und Cortina d’Ampezzo stattfinden wird, für eröffnet. Mehr als 600 Sportlerinnen und Sportler aus rund 50 Nationen werden sich bis zum 15. März in sechs verschiedenen Sportarten messen – Ski Alpin, Biathlon, Skilanglauf, Eishockey, Snowboard und Curling. Es nahmen noch nie mehr Athleten bei Paralympics teil.
Team Deutschland ist in allen Disziplinen bis auf Curling vertreten. Die Mannschaft ist mit 40 Aktiven (elf Frauen, 29 Männer) sowie acht Guides dabei. Es ist das zweitgrößte Aufgebot in der deutschen Paralympics-Geschichte.
Diskussionen im Vorfeld
Zur Eröffnungsfeier hatte es im Vorfeld teils heftige Diskussionen gegeben. Zum einen kritisierten viele Athleten, dass auf den sonst bei Olympischen und Paralympischen Spielen üblichen Einmarsch der Sportlerinnen und Sportler verzichtet wurde. Außerdem boykottierten etliche Länder die Eröffnungsfeier aus Protest gegen die Wiederzulassung der Athleten aus Russland und Belarus unter eigener Landesflagge sowie aus Solidarität mit der unter dem russischen Angriffskrieg leidenden Ukraine.
Parsons: „Ziehe es vor Länder unter Namen ihrer Sportler zu kennen“
„Vor vier Jahren habe ich gesagt, ich sei entsetzt über das, was in der Welt geschieht“, sagte IPC-Präsident Andrew Parsons zur Wiederzulassung russischer und belarussischer Athleten in seiner Rede: „In einer Welt, in der manche Länder eher unter den Namen ihrer Staatschefs bekannt sind, ziehe ich es vor, Länder unter den Namen ihrer Sportler zu kennen.“
Nur 28 der insgesamt 55 teilnehmenden Nationen waren gekommen. Sieben davon, darunter die Ukraine und die baltischen Staaten, blieben aus Protest gegen die Aufhebung der russischen und belarussischen Suspendierung der Veranstaltung fern.
Iran muss kurzfristig absagen
Auch die deutsche Delegation blieb der Eröffnungszeremonie im Amphitheater von Verona fern. Die deutschen Athleten um die beiden Fahnenträger, Mono-Skifahrerin Anna-Lena Forster und Para-Eishockeyspieler Jörg Wedde, waren nur in einem im Vorfeld der Zeremonie aufgenommenen Videoclip kurz zu sehen.
Wenige Stunden vor der Zeremonie wurde zudem bekannt, dass der einzige nominierte Sportler aus dem Iran nicht nach Italien kommen wird. Der Langläufer Aboulfazl Khatibi Mianaei könne aufgrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten nicht sicher anreisen, hieß es.
Ukrainische Flagge gegen Wunsch der Delegation im Stadion
Die Fahnen der Nationen wurden zu den Klängen der italienischen EDM-Band Meduza von Volunteers in die Arena getragen. Russland war an 44. Stelle an der Reihe. Wenig später folgte entgegen des ausdrücklichen Wunsches, sie nicht ins Stadion zu bringen, auch die ukrainische Flagge. Von den Zuschauern gab es großen Applaus. Aus Platzgründen durften nur je zwei Athletinnen und Athleten und Offizielle pro Nation in Verona teilnehmen.
Deutschland hofft auf erfolgreiche Spiele
Team D macht sich in vielen Sportarten und Disziplinen Hoffnungen auf Medaillen. Vor allem Fahnenträgerin Anna-Lena Forster steht im Fokus. Die Monoski-Fahrerin tritt in fünf Disziplinen an – und gilt jeweils als Favoritin auf die Goldmedaille.
Für Wedde und seine Eishockey-Mannschaft wäre ein Platz auf dem Podium nicht weniger als eine Sensation. Das deutsche Team gilt bei der ersten Teilnahme seit 20 Jahren als Außenseiter im Turnier.
