Ukraine: ++ Moskau unterstellt Polen Beteiligung an Anschlag auf Russen-General ++ Liveticker

Der ukrainische Außenminister verlangt ein direktes Treffen zwischen Selenskyj und Trump. Selenskyj warnt zudem vor großen Wirtschaftsdeals zwischen Russland und den USA. Und: Moskau sieht nach dem Anschlag auf seinen General auch eine Spur nach Polen. Mehr im Liveticker.

Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren mit massiver westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Die Trump-Regierung will den Krieg bis zum Sommer beenden und lädt in der kommenden Woche zu einer neuen Gesprächsrunde mit Russland ein.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine im Liveticker:

10:46 Uhr – Russland nach Attentat auf General: Verdächtige haben gestanden

Am Anschlag auf den General Wladimir Alexejew in Moskau war nach Darstellung des russischen Geheimdienstes FSB auch Polen beteiligt. Beide nach der Tat festgenommenen Verdächtigen hätten ihre Beteiligung inzwischen gestanden, teilte der FSB auf seiner Webseite mit. Der Schütze sei dabei „unter Beihilfe polnischer Geheimdienste“ und dessen in Polen lebenden Sohn von Kiew für den Anschlag angeheuert worden, heißt es.

07:17 Uhr – Russland schlägt den USA gigantische Wirtschaftsdeals vor, sagt Selenskyj

Selenskyj warnt vor großen Wirtschaftsdeals zwischen Russland und den USA, die aus seiner Sicht auch die Ukraine betreffen könnten. Bei einem Briefing vor Journalisten sagte er am Wochenende, Moskau habe der Trump-Regierung bilaterale Vereinbarungen im Umfang von rund zwölf Billionen Dollar in Aussicht gestellt.

Selenskyj beruft sich auf Geheimdienstunterlagen, die ein Rahmenkonzept für wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau skizzieren. Er nennt es „Dmitriew-Paket“ – benannt nach Kirill Dmitriew, dem Chef des russischen Staatsfonds und Vertrauten von Wladimir Putin, der auch in Gesprächen über eine mögliche Waffenruhe eine Schlüsselrolle spielen soll. Selenskyj sieht Hinweise, dass einzelne Punkte Fragen von Souveränität oder Sicherheit berühren könnten – und stellt klar: Absprachen über die Ukraine ohne die Ukraine werde Kiew nicht akzeptieren.

Sonntag, 8. Februar

18:10 Uhr – Erste Drohne aus Produktion in Deutschland schon im Februar

Mitte Februar erwartet die Ukraine die ersten ukrainischen Drohnen aus einer Produktionsstätte in Deutschland. „Ich werde die erste Drohne erhalten. Das ist eine Produktionslinie, die bereits arbeitet“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Auftritt vor Studenten in Kiew. Auch in Großbritannien gebe es bereits eine funktionierende Produktion mit „unserer ukrainischen Technologie“.

13:55 – „Nur Trump kann Krieg beenden“

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha dringt auf ein direktes Treffen zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und dem ⁠russischen Staatschef Wladimir Putin zur Klärung der letzten Streitpunkte bei den Friedensverhandlungen. Doch nur US-Präsident Donald ‍Trump habe die Macht, eine Einigung herbeizuführen, sagte Sybiha der Nachrichtenagentur Reuters in Kiew. „Nur Trump kann den Krieg beenden.“ Die Ukraine wolle die Bemühungen um ein Ende des seit vier Jahren andauernden Krieges beschleunigen und die Dynamik der von den USA vermittelten Gespräche nutzen, bevor andere Faktoren wie die ⁠US-Zwischenwahlen im November ins ⁠Spiel kämen.

13:50 Uhr – Orbán nennt Ukraine „Feind“

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat die von Russland angegriffene Ukraine als „Feind“ bezeichnet. „Die Ukrainer müssen damit aufhören, in Brüssel dauernd zu verlangen, dass Ungarn von der billigen russischen Energie abgeschnitten wird“, sagte der Rechtspopulist in einer Wahlkampfrede in der westungarischen Stadt Szombathely. „Solange die Ukraine das tut, ist sie unser Feind“, fügte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MTI hinzu.

Samstag, 7.2.

15:05 Uhr – Nächste Gespräche mit Russland in den USA geplant

Nach den Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi haben die USA ukrainischen Angaben zufolge zu einer neuen Gesprächsrunde eingeladen – diesmal in den Vereinigten Staaten. Washington habe „erstmals vorgeschlagen“, dass sich die ukrainischen und russischen Unterhändler in den USA treffen, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Unterdessen kam es in der Ukraine infolge massiver russischer Angriffe erneut zu weitreichenden Stromausfällen.

Das nächste Treffen zwischen den Delegationen der Ukraine, Russlands und der USA solle voraussichtlich in der kommenden Woche in Miami abgehalten werden, erklärte Selensky.

Washington hat sich dafür ausgesprochen, dass die ukrainisch kontrollierten Gebiete in Donezk zu einer „Freihandelszone“ erklärt werden, in der keine der beiden Länder militärische Macht ausübt. Selenskyj sagte dazu: „Selbst wenn es uns gelingt, eine Freihandelszone zu schaffen, brauchen wir faire und verlässliche Regeln.“

Auch zum künftigen Status des größten europäischen Atomkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine, das derzeit in russischer Hand ist, haben beide Seiten noch keine Einigung erzielt.

dpa/AFP/Reuters/ceb