Ukraine-Krieg: ++ „Wir brauchen Frieden“ – Putin und US-Sondergesandter Witkoff treffen sich in Moskau ++ Liveticker

Putin plant nach Angaben Moskaus für Donnerstag ein Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. Die Bundesanwaltschaft lässt in Brandenburg zwei Russen festnehmen. Sie sollen pro-russische Gruppen in den besetzten ukrainischen Gebieten unterstützt haben. Mehr im Liveticker.

Zweistellige Minusgrade, Stromausfälle und eiskalte Wohnungen: Kiew erlebt den härtesten Winter seit Kriegsbeginn. Die Gespräche zwischen der Ukraine und den USA werden auf dem Weltwirtschaftsforum fortgesetzt.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die internationale Sicherheitspolitik im Liveticker:

13:17 Uhr – Witkoff: Will nach Treffen mit Putin auch mit Ukraine beraten

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff plant nach seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten utin auch Gespräche mit der ukrainischen Seite. Witkoff reist am Donnerstag nach ⁠Moskau, um mit Putin über einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu sprechen. Wann er sich mit der ukrainischen Seite beraten will, sagt Witkoff vor der Presse in Davos nicht. „Wir planen, über Frieden, die Ukraine und Russland zu sprechen“, sagt ‍Witkoff und fügt hinzu, dass Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, am Donnerstag an den Gesprächen teilnehmen werde. „Ich bin zuversichtlich … wir brauchen Frieden.“

12:15 Uhr – Kreml: Putin trifft am Donnerstag US-Gesandten Witkoff

Putin plant nach Angaben Moskaus für Donnerstag ein Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. Die Zusammenkunft stehe „für morgen auf dem Terminkalender des Präsidenten“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der russischen Nachrichtenagentur Tass, ohne den Ort des geplanten Treffens zu nennen. Witkoff hatte zuvor der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt, er wolle zusammen mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Trump, Jared Kushner, nach Moskau reisen.

12:07 Uhr – Bundesanwaltschaft lässt mutmaßliche Helfer pro-russischer Milizen festnehmen

Die Bundesanwaltschaft hat in Brandenburg zwei Männer wegen des Verdachts der Unterstützung einer ausländischen terroristischen ⁠Vereinigung festnehmen lassen. Wie die Karlsruher Behörde am Mittwoch mitteilte, handelt es sich um den ‍russischen Staatsangehörigen Suren A. und den Deutschen Falko H. Die beiden sollen die pro-russischen „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“ in der Ostukraine unterstützt haben. Die Wohnungen der beiden wurden durchsucht. Bereits im Mai 2025 hatte es in dem Fall Razzien in Berlin und Brandenburg gegeben. Damals ⁠wurde aber kein Verdächtiger festgenommen.

Den Ermittlern ⁠zufolge nahmen Suren A. und Falko H. seit 2016 führende Positionen in einem Verein zur Unterstützung der abtrünnigen Gebiete ein. Dieser habe den Transport von Versorgungsgütern, Medikamenten sowie Drohnen in den Donbass zugunsten von Milizionären organisiert. Suren A. soll Vereinsgelder von mehr als 14.000 Euro in die „Volksrepubliken“ geleitet und Gütertransporte finanziert haben. Falko H. sei mehrfach ‍zu Gesprächen mit Vertretern der „Volksrepubliken“ in den Donbass ‍gereist, habe Lieferaufträge entgegengenommen und bei der Verteilung von Gütern geholfen.

Die Bundesanwaltschaft stuft die „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“ ⁠als terroristische Vereinigungen ein. Die pro-russischen Gruppierungen hätten ab Frühjahr 2014 die Kontrolle über die ukrainischen Verwaltungsbezirke Donezk und Luhansk beansprucht und sich intensive ‍Kämpfe mit den ukrainischen Streitkräften ⁠geliefert. Dabei ‌sei auch immer wieder ‌Gewalt gegen die ‌Zivilbevölkerung eingesetzt worden. Ende 2022 seien sie in die Befehlsstrukturen der russischen Streitkräfte ​eingegliedert worden. Die beiden Beschuldigten sollen am Donnerstag ‍dem ⁠Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

08:52 Uhr – Behörden: Zwei Tote durch russische Drohnenangriffe in der Ukraine

Bei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Ziel der Angriffe sei die Stadt Krywyj Rih gewesen, teilte die regionale Militärverwaltung am Mittwoch mit. Bei den Opfern handele es sich um einen 77-jährigen Mann und eine 72-jährige Frau. Krywyj Rih, die Geburtsstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, liegt rund 80 Kilometer von der Front entfernt. Die russische Armee verübt seit Beginn der Invasion im Februar 2022 regelmäßig Luftangriffe auf die Stadt.

In der russischen Kaukasusrepublik Adygeja meldeten die Behörden derweil elf Verletzte bei einem ukrainischen Drohnenangriff. Unter den Verletzten seien zwei Kinder, erklärten die örtlichen Behörden. Adygeja grenzt an die Großstadt Krasnodar. Die Region rund um das Schwarze und Asowsche Meer wird immer wieder zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.

07:46 Uhr – Zeitung: Streit über Trumps Grönland-Anspruch verzögert Ukraine-Hilfspaket

Der Streit über die Grönland-Politik von US-Präsident Trump und Widerstand gegen dessen Pläne für ⁠einen globalen Friedensrat verzögern einem Medienbericht zufolge ein milliardenschweres Hilfspaket für die Ukraine. Die geplante ‍Ankündigung eines 800 Milliarden Dollar schweren Wohlstandsplans zum Wiederaufbau und der wirtschaftlichen Erholung auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sei verschoben worden, berichtet die Zeitung „Financial Times“ unter Berufung auf sechs mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Der Plan sollte eigentlich diese Woche bei dem Treffen ⁠in der Schweiz zwischen der Ukraine, ⁠Europa und den USA vereinbart werden. Grund für die Verzögerung sei der europäische Widerstand gegen Trumps Bestrebungen, Grönland zu erwerben, sowie gegen seine Pläne für einen globalen Friedensrat. Dieser Streit habe den früheren Fokus auf die Ukraine bei dem Treffen in Davos überschattet.

07:07 Uhr – Neuer ukrainischer Verteidigungsminister: „Wir wollen monatlich 50.000 Russen töten“

Der neue ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov erläutert erstmals seinen Plan für seine neue Rolle. Er habe zwei Prioritäten, die erste davon sei „Management“. „Das Management muss sich an denjenigen orientieren, die in der Lage sind, definierte Ziele zu erreichen. Wenn Mitarbeiter keine messbaren Ergebnisse vorweisen können, haben sie keinen Platz im System“, erklärte Fedorov bei einem Treffen mit den Medien gegenüber dem Online-Portal Kyiv Independent.

„Das zweite strategische Ziel ist es, monatlich 50.000 Russen zu töten“, sagte der neue Verteidigungsminister weiter. „Letzten Monat wurden 35.000 Menschen getötet; alle diese Verluste sind per Video dokumentiert. Wenn wir 50.000 erreichen, werden wir sehen, was mit dem Feind passiert. Er betrachtet Menschen als Ressource, und die Knappheit ist bereits deutlich spürbar.“

03:41 Uhr – Ganze Kiewer Wohnblöcke ohne Strom bei Minusgraden

Nach einem russischen Luftangriff sind in Teilen der ukrainischen Hauptstadt Kiew Strom, Heizung und Wasserversorgung ⁠ausgefallen. Bewohner hätten ⁠bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in Notzelten Schutz gesucht, hieß es. Ganze Wohnblöcke seien ohne Strom. Eine russische Stellungnahme zu dem Angriff lag zunächst nicht vor.

01:27 Uhr – Acht Menschen in Russland verletzt

Bei ukrainischen ⁠Drohnenangriffen auf den Süden Russlands werden nach offiziellen Angaben acht Menschen verletzt. In der Republik Adygeja sei ein Wohnhaus getroffen worden, teilt Gouverneur Murat Kumpilow auf ‍Telegram mit. Sieben der Verletzten, ‍darunter ein Kind, würden im ⁠Krankenhaus behandelt. In der benachbarten Region Krasnodar sei nach Angaben von Gouverneur ‍Wenjamin Kondratjew ein ⁠weiteres ‌Wohnhaus beschädigt ‌und ‌die Bewohner in Sicherheit gebracht ​worden. Eine ukrainische Stellungnahme liegt ‍zunächst ⁠nicht vor.

00:27 Uhr – Auch Kreml-Unterhändler zieht positives Fazit nach Treffen mit US-Vertretern in Davos

Der Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijiew hat sich am Dienstag in Davos mit dem US-Gesandten Steve Witkoff und dem Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, getroffen. Anschließend sagte er, die Treffen seien konstruktiv verlaufen und immer mehr Menschen würden „die Richtigkeit der Position Russlands“ erkennen. Details zu dieser Aussage nannte er nicht.

Dienstag, 20. Januar:

22:08 Uhr – Selenskyj: Mehr als eine Million Verbraucher in Kiew ohne Strom

Nach den schweren russischen Angriffen sind dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge mehr als eine Million Verbraucher allein in Kiew ohne Strom. Mehr als 4000 Hochhäuser in der Dreimillionenstadt seien ohne Heizung, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. Er forderte den Energieversorger Ukrenergo, die Regierung, regionale Behörden und Stadtverwaltungen – dabei explizit die der Hauptstadt – auf, jede Stunde an der Energieversorgung zu arbeiten.

Selenskyj kritisierte außerdem erneut die Flugabwehr. Die Arbeit der Luftstreitkräfte gegen die Kampfdrohnen der ursprünglich iranischen Bauart Schahed sei unbefriedigend, sagte er. Die Arbeit der Luftstreitkräfte müsse anders organisiert werden. Darüber sei mit Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow gesprochen worden, führte er aus und kündigte Konsequenzen an.

21:19 Uhr – Kreml-Gesandter Dmitrijew: „Konstruktive“ Gespräche mit Witkoff und Kushner in Davos

Der Kreml-Gesandte Kirill Dmitrijew spricht nach einem Treffen beim Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz von einem „konstruktiven“ Gespräch mit seinen US-Kollegen über eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine. „Die Treffen sind konstruktiv, und immer mehr Menschen erkennen, dass Russlands Position richtig ist“, sagt Dmitrijew nach einem Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem Präsidenten-Schwiegersohn Jared Kushner vor Journalisten.

Dmitrijew hatte zuvor im Onlinedienst X erklärt, dass er in Davos eingetroffen sei. Dazu postete er ein Friedenstauben-Emoji. Dmitrijew hatte für die russische Regierung im Dezember an Gesprächen in Florida mit den US-Gesandten Kushner und Witkoff über die Zukunft der Ukraine teilgenommen.

19:56 Uhr – US-Gesandter nennt Gespräche mit Kreml-Vertreter positiv

Die Gespräche zwischen den USA und Russland in Davos sind nach Einschätzung des US-Gesandten Steve Witkoff „sehr positiv“ verlaufen. Das meldet die russische Nachrichtenagentur RIA. Witkoff habe sich am Rande des Weltwirtschaftsforums gemeinsam mit Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, sowie mit dem Kreml-Vertreter Kirill Dmitrijew ⁠getroffen.

14:22 Uhr – Ukraine benötigt gut 600 Milliarden Euro für Armee

Für den Unterhalt der ukrainischen Armee sind nach Angaben der Regierung innerhalb der nächsten zehn Jahre mehrere Hundert Milliarden Euro notwendig. „Wenn sich die Situation nicht ändert, das heißt das aggressive Verhalten Russland bezüglich Europas und der Welt, dann kann das in den nächsten zehn Jahren bis zu 700 Milliarden US-Dollar (gut 600 Milliarden Euro) kosten“, sagte der für die EU- und Nato-Integration zuständige ukrainische Vizeregierungschef Taras Katschka bei einer Diskussionsveranstaltung beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Wirtschaftsminister Olexij Sobolew zufolge handelt es sich bei der Summe um Verteidigungsausgaben, die nicht im ukrainischen Etat festgeschrieben sind – und somit von außerhalb kommen müssen. Den dazu kommenden ukrainischen Anteil aus dem Haushalt an den Verteidigungsausgaben der kommenden zehn Jahre bezifferte er auf umgerechnet 425 Milliarden Euro.

13:42 Uhr – Selenskyj knüpft Davos-Besuch an Bedingungen

Selenskyj macht einen Besuch beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) von möglichen Vertragsunterzeichnungen oder weiteren Hilfszusagen abhängig. „Wenn die Dokumente fertig sind, dann wird es ein Treffen (mit US-Präsident Donald Trump) und eine Reise geben“, sagte der Staatschef Journalisten, wie mehrere örtliche Medien übereinstimmend berichteten. Er werde auch reisen, wenn es Zusagen für weitere Unterstützung im Energiebereich oder zusätzliche Flugabwehrsysteme gebe. „Doch bisher habe ich in der Ukraine einen Auftrag und für mich ist es essenziell, hier alle Dienste zu koordinieren“, fügte Selenskyj hinzu.

13:30 Uhr – Lawrow erhebt neue Vorwürfe gegen die USA

Moskau wirft Washington vor, zwei russische Besatzungsmitglieder eines von den USA beschlagnahmten Öltankers trotz entsprechender Zusagen nicht freigelassen zu haben. „Uns wurde versichert, dass auf höchster Ebene eine Entscheidung über ihre Freilassung getroffen worden sei“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Die Tage danach hätten „leider gezeigt“, dass die Entscheidung nicht umgesetzt worden sei. „Wir erwarten, dass unsere amerikanischen Kollegen die Versprechen halten, die uns gemacht wurden“, fügte Lawrow hinzu.

Die USA hatten den unter russischer Flagge fahrenden Tanker „Marinera“ Anfang des Monats im Nordatlantik beschlagnahmt. US-Behörden zufolge gehört das Schiff zur sogenannten Schattenflotte, die unter Verstoß gegen US-Sanktionen Öl für Länder wie Venezuela, Russland und den Iran transportiert.

Die USA hatten öffentlich erklärt, dass die Besatzung des Öltankers strafrechtlich verfolgt werden könne. Russland bezeichnete die Ankündigung als „absolut inakzeptabel“. Moskau wirft Washington vor, Spannungen zu schüren und die internationale Schifffahrt zu bedrohen. Die Beschlagnahmung bezeichnete die russische Regierung als illegal.

12:45 Uhr – Selenskyj: Auch Ukraine zu Trumps Friedensrat eingeladen

Auch die Ukraine ist Präsident Selenskyj zufolge zur Teilnahme an dem von US-Präsident Trump geplanten globalen Friedensrat eingeladen. Diplomaten befassten sich derzeit mit der Einladung, sagt Selenskyj. Er könne ⁠es sich jedoch nur schwer vorstellen, gemeinsam mit Russland in diesem oder einem anderen Gremium zu sein, erklärte er in einem WhatsApp-Chat mit Medienvertretern. Trump hatte auch den russischen Präsidenten Putin zu dem Friedensrat eingeladen, der sich nach dem Willen des US-Präsidenten nach dem Gaza-Krieg auch mit anderen weltweiten Konflikten befassen soll. Insgesamt hat Trump rund 60 ‍Staats- und Regierungschefs eingeladen.

dpa/rtr/afp/epd/AP/krott/cvb/sebe/saha