
Ankara plant im Rahmen der Nato-Luftraumüberwachung die Entsendung von Kampfjets nach Estland und Rumänien. Polens Regierungschef Donald Tusk kritisiert US-Präsident Donald Trump. Der Kreml hofft unterdessen auf neue Gespräche mit den USA. Mehr im Liveticker.
Die Türkei plant im Rahmen der Nato-Luftraumüberwachung die Entsendung von Kampfjets nach Estland und Rumänien. US-Präsident Trump sieht den ukrainischen Staatschef Selenskyj als Hindernis bei den Friedensverhandlungen. Polens Regierung stellt klar: Die Verantwortung liege bei Russland.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die internationale Sicherheitspolitik im Liveticker:
13:29 Uhr – Moskau hofft auf neues Treffen mit US-Unterhändlern
Der Kreml hofft auf einen baldigen Besuch der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner für Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs. Der Dialog mit den Amerikanern laufe, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. „Sobald die Termine abgestimmt sind, findet dieser Besuch, hoffen wir, statt.“
Es sei wichtig, dass auch die russische Seite ihre Sicht auf diese Beratungen darlege. Zwischen den Amerikanern, Ukrainern und Europäern habe es viele Gespräche gegeben.
12:45 Uhr – Kreml: „Entscheidungsspielraum“ der Ukraine wird „immer geringer“
Der Ukraine gehen dem Kreml zufolge die Möglichkeiten zur Beendigung des seit fast vier Jahren andauernden Krieges mit Russland aus. „Die Lage verschlechtert sich für das Kiewer Regime von Tag zu Tag“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag vor Journalisten in Moskau. Der „Entscheidungsspielraum“ der Ukraine werde „immer geringer“.
Peskow äußerte sich nach wiederholten russischen Angriffen auf die ukrainische Energie-Infrastruktur. In Richtung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sagte der Kreml-Sprecher, es sei „an der Zeit“, dass dieser „Verantwortung übernimmt und die richtige Entscheidung trifft“.
12:33 Uhr – Polens Regierungschef rügt Trumps Äußerung zu Selenskyj
Polens Regierungschef Donald Tusk kritisiert die Äußerung von US-Präsident Donald Trump, wonach der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj ein Hindernis für den Abschluss einer Friedensvereinbarung sei.
Nicht Selenskyj, sondern Russland sei es gewesen, das den von den USA vorbereiteten Friedensplan abgelehnt habe, schrieb Tusk auf X. „Die einzige Antwort Russlands waren weitere Raketenangriffe auf ukrainische Städte.“ Die einzige Lösung sei mehr Druck auf Russland. „Das wisst ihr alle.“
12:28 Uhr – Neue Stromausfälle in der Ukraine durch Luftangriffe
In der Ukraine haben russische Luftangriffe in der Nacht weitere großflächige Stromausfälle verursacht. In den Gebieten Charkiw und Schytomir seien Verbraucher ohne Strom, teilte das Energieministerium in Kiew mit. „Notfall- und Wiederherstellungsarbeiten werden überall dort durchgeführt, wo es die Sicherheitslage zulässt“, hieß es. Im Gebiet Dnipropetrowsk ordnete der staatliche Versorger Ukrenergo wegen früherer Schäden am Netz Notabschaltungen an.
Drohneneinschläge wurden auch aus Lwiw und Kiew und aus frontnahen Städten wie Slowjansk und Kramatorsk gemeldet. Die neuen Stromausfälle belegen, wie geschwächt die Energieversorgung der Ukraine mittlerweile ist. Denn der russische Angriff war mit 82 Drohnen, wie die ukrainische Luftwaffe zählte, einer der schwächsten der vergangenen Wochen.
10:20 Uhr – Türkei verlegt Kampfjets nach Estland und Rumänien
Die Türkei plant im Rahmen der Nato-Luftraumüberwachung die Entsendung von Kampfjets nach Estland und Rumänien. Von August bis November 2026 sollen türkische Jets in Estland stationiert werden, wie das Verteidigungsministerium in Ankara mitteilt. Daran schließe sich bis März 2027 ein Einsatz in Rumänien an. In den vergangenen Jahren hatte die Türkei bereits ähnliche Missionen in Polen und Rumänien übernommen. Die Nato verstärkt ihre Luftverteidigung, nachdem es nach Angaben des Bündnisses wiederholt zu Verletzungen des Luftraums durch Russland gekommen ist. Die Türkei richtet im Juli den nächsten Nato-Gipfel aus.
08.39 Uhr – Russland weist einen britischen Diplomaten wegen Spionagevorwürfen aus
„Es wurde erneut betont, dass Moskau die Tätigkeiten nicht deklarierter britischer Geheimdienstoffiziere in Russland nicht tolerieren werde“, teilt das Außenministerium bezüglich der Ausweisung mit. Der Inlandsgeheimdienst FSB habe den Mann enttarnt. Er warf ihm vor, verdeckt als Spion gearbeitet zu haben. Der Diplomat müsse das Land binnen zwei Wochen verlassen.
06:35 Uhr – Moskau meldet Geländegewinne
Russland hat nach Aussage von Generalstabschef Waleri Gerassimow in der ersten Januarhälfte mehr als 300 Quadratkilometer Territorium in der Ukraine eingenommen. Im vergangenen Jahr habe Russland demnach 6640 Quadratkilometer erobert.
Mittwoch, 14. Januar
18:46 Uhr – Selenskyj kündigt Notstand für ukrainischen Energiesektor an
Wolodymyr Selenskyj kündigt einen Notstand für den Energiesektor des Landes an. Damit wolle er die Probleme bei der Stromversorgung nach den anhaltenden russischen Angriffen auf die Infrastruktur angehen, schreibt Selenskyj auf der Social-Media-Plattform X auf Englisch. Es werde daran gearbeitet, die Stromimporte in die Ukraine deutlich zu erhöhen.
18:38 Uhr – Merz hofft langfristig auf Ausgleich mit Russland
Friedrich Merz hofft, dass es langfristig wieder zu einem Ausgleich mit Russland kommen kann. „Russland ist ein europäisches Land“, sagt der CDU-Vorsitzende bei der IHK Halle-Dessau. „Wenn es uns dann gelingt, in der längeren Perspektive mit Russland wieder einen Ausgleich zu finden, wenn Frieden herrscht, wenn Freiheit gewährleistet ist, wenn uns das alles gelingt, … dann hat diese Europäische Union, dann haben wir auch in der Bundesrepublik Deutschland noch eine weitere Bewährungsprobe bestanden“, fügt er hinzu. Merz hat Russland mehrfach aufgefordert, den Krieg in der Ukraine zu beenden.
15:51 Uhr – Studie: Fast 45 Prozent von Putins Präsidialerlassen aus 2025 geheim
Das oppositionelle russische Medium „Werstka“ fand heraus, dass Putin im Jahr 2025 mindestens 1010 Präsidialerlasse, also rechtsverbindliche Anordnungen, unterzeichnet hat, von denen 449 nicht veröffentlicht wurden. Damit lag der Anteil geheimer Dekrete bei 44,5 Prozent. Im Vergleich zu 2024 stieg der Anteil leicht an, blieb aber unter den Höchstwerten der Jahre 2022 und 2023. Ein großer Teil der veröffentlichten Erlasse betraf Auszeichnungen für Militäreinheiten, während geheime Dekrete häufig für militärische Ehrungen oder Begnadigungen verurteilter Kämpfer genutzt werden.
dpa/rtr/afp/epd/AP/krott
