Ukraine-Krieg: ++ „Es ist an der Zeit, dass Europa mit Russland spricht“, sagt Meloni ++ Liveticker

Russland überzieht die Ukraine in der Nacht mit schweren Angriffen, in der Hauptstadt Kiew sterben drei Menschen. Nahe der Grenze zu Polen schlägt eine ballistische Rakete ein, laut Moskau handelte es sich um die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die internationale Sicherheitspolitik im Liveticker:

22:24 Uhr – Europa sollte mit Russland sprechen, fordert Meloni

Die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni fordert eine Wiederaufnahme des Dialogs zwischen der EU und Russland sowie die Ernennung eines Sondergesandten. „Es ist an der Zeit, dass Europa mit Russland spricht“, sagt sie bei einer Pressekonferenz. Wenn Europa sich an den Bemühungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs beteiligen wolle, aber „nur mit einer der beteiligten Parteien spricht, ist der positive Beitrag, den es leisten kann, begrenzt.“

Sie stimme dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu, der Gespräche mit Kreml-Chef Wladimir Putin schon im Dezember als „sinnvoll“ bezeichnet hatte. Die EU müsse aber klären, wer solche Gespräche führen solle, so die Ministerpräsidentin. „Wir haben dieses Problem seit Beginn der Verhandlungen. Es gibt viele Stimmen, die sich äußern, und viele Formate“, sagt Meloni. Sie sei deshalb für die Ernennung eines europäischen Ukraine-Sondergesandten, damit die EU „mit einer Stimme sprechen“ könne.

17:18 Uhr – Klitschko rät Bürgern von Kiew zum Verlassen der Stadt

Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew rät Bürgermeister Vitali Klitschko den Einwohnern zum zeitweiligen Verlassen der Dreimillionenstadt. 6.000 Wohnblocks, die Hälfte der Mehrfamilienhäuser der ukrainischen Hauptstadt, könnten derzeit nicht geheizt werden, schreibt er auf Telegram. „Die städtischen Dienste arbeiten im Notfallmodus.“

Der Angriff der vergangenen Nacht sei für die Infrastruktur von Kiew der bislang folgenschwerste des Krieges gewesen. Die Lage werde durch den strengen Winter verschärft. Wer anderswo Energie und Wärme finden könne, sollte die Hauptstadt vorübergehend verlassen, schreibt Klitschko.

Dies sei kein offizieller Aufruf zur Evakuierung, sondern als Ratschlag an die Kiewer gemeint, auf ihre ofengeheizten Datschen zu fahren oder sich bei Verwandten und Freunden in weniger betroffenen Orten einzuquartieren.

14:20 Uhr – Ukraine stuft russischen Raketenangriff als Kriegsverbrechen ein

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU stuft den nächtlichen russischen Angriff mit einer Hyperschallrakete auf die westliche Region Lwiw als Kriegsverbrechen ein. ⁠Russland habe inmitten sich stark verschlechternder Wetterbedingungen versucht, kritische Infrastruktur in der Nähe der Grenze zur Europäischen Union zu zerstören, teilt der SBU mit.

12:32 Uhr – Berlin verurteilt Einsatz von Oreschnik-Rakete durch russische Armee

Die Bundesregierung verurteilt den russischen Angriff auf die Ukraine mit der Mittelstreckenrakete Oreschnik. „Während die Ukraine die USA und Europa sich in den vergangenen Tagen und Wochen sehr intensiv für einen Frieden in der Ukraine einsetzen, hat Russland die Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine eingesetzt“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Freitag in Berlin. Die Bundesregierung verurteile dies „aufs Schärfste“.

Mit ihrem Angriff auf zivile ukrainische Energieinfrastruktur habe Russland den Konflikt „nochmals eskaliert“. Es handele sich um „symbolische Drohgebärden“, um weiter Angst zu verbreiten. „Russland eskaliert hier unprovoziert weiter“, sagte Meyer. „An unserer Entschlossenheit wird dies nichts ändern – im Gegenteil: Wir stehen weiter eng an der Seite der Ukraine und setzen unsere umfassende Unterstützung ungemindert fort.“

12:03 Uhr – Klitschko: Rund 6000 Wohnblöcke in Kiew ohne Heizung

In Kiew sind nach dem neuen russischen ⁠Luftangriff Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge in etwa der Hälfte aller Wohnblöcke die Heizungen ausgefallen. Betroffen seien rund 6000 Gebäude, teilt Klitschko unter Verweis auf den Luftangriff ‍in der Nacht mit. Zudem gebe es Probleme bei der Wasserversorgung. Klitschko ruft die Bewohner dazu auf, die ukrainische Hauptstadt vorläufig zu verlassen, wenn sie außerhalb von Kiew über andere Möglichkeiten zum Bezug von Strom und eine warme Unterbringung verfügen sollten.

11:05 Uhr – Medwedjew vergleicht Raketeneinsatz mit Beruhigungsspritze

Russlands Ex-Präsident Dimitri Medwedjew rechtfertigt den Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine als Beruhigungsmittel. „Gefährliche Psychopathen brauchen eine Zwangsjacke oder eine Rettungsspritze mit Haloperidol“, schrieb der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats in Moskau immer noch einflussreiche Politiker. So sei es in der vergangenen Nacht im Westen der Ukraine passiert. Haloperidol ist ein Medikament zur Behandlung von Schizophrenie.

In seinem jüngsten Blogeintrag konstatierte er eine „universale Katastrophe in den internationalen Beziehungen“. Ursache ist seiner Darstellung nach aber nicht der von Kremlchef Putin 2022 befohlene Krieg gegen die Ukraine, sondern das Verhalten der USA mit der Entführung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Dieser werde zu einer neuen Symbolfigur wie einst Südafrikas Nelson Mandela, prophezeite Medwedjew.

Der Putin-Vertraute ging in dem Zusammenhang auch US-Präsident Trump an, den die russische Führung normalerweise von ihrer Kritik am Westen ausnimmt. Medwedjew warf dem Chef des Weißen Hauses „militaristischen Wahn“ vor. Scharfe Kritik übte er auch an der Kaperung des Öltankers der russischen Schattenflotte, die er als Verbrechen bezeichnete. „Und die Antwort darauf sollte keineswegs im Rahmen der Konvention des internationalen Seerechts liegen“, drohte er indirekt Vergeltung an.

10:13 Uhr – Selenskyj fordert nach neuen russischen Angriffen „klare internationale Reaktion“

Selenskyj verlangt nach den neuen massiven russischen Angriffen auf sein Land eine „klare“ internationale Reaktion. „Es bedarf einer klaren Reaktion der Weltgemeinschaft“, erklärte Selenskyj am Freitag im Onlinedienst X. Dies gelte vor allem für eine Reaktion seitens der USA, „deren Signalen Russland wirklich Beachtung schenkt“, fügte er hinzu.

Russland müsse signalisiert werden, „dass es seine Pflicht ist, sich auf die Diplomatie zu konzentrieren“, fügte der ukrainische Staatschef hinzu. Moskau müsse „jedes Mal Konsequenzen spüren, wenn es sich erneut auf Tötungen und die Zerstörung von Infrastruktur konzentriert“.

Selenskyj zufolge wurden bei der nächtlichen Attacke auf Kiew mindestens 20 Wohnhäuser beschädigt. Demnach wurde auch ein Gebäude der Botschaft des Golfemirats Katar getroffen.

Nach Angaben der ukrainischen Armee feuerte die russische Armee in der Nacht 36 Raketen und 242 Drohnen verschiedener Bauarten auf die Ukraine ab. Der Luftabwehr sei es gelungen, 18 Raketen und 226 Drohnen abzufangen. In der Hauptstadt Kiew und ihren Vororten wurden bei den Angriffen mindestens vier Menschen getötet, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte.

09:53 Uhr – Ischinger: Deutschland sollte „Frontstaat“ Polen Waffen schenken

Die Bundesregierung soll nach Ansicht des Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, dem östlichen EU-Nachbarn Polen Waffensysteme schenken. Der EU- und Nato-Partner ⁠sei heute „so etwas wie ein Frontstaat“, sagte Ischinger in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Polen habe damit etwa ‍die Rolle, die Deutschland vor dem Ende des Kalten Krieges innehatte. „Wenn wir derzeit so viel Geld für Verteidigung ausgeben können und die Frage der Reparationszahlungen seitens der polnischen politischen Elite nach wie vor offen ist: Warum geben wir ihnen dann nicht beispielsweise ein U-Boot, eine Fregatte oder vielleicht etwas militärische Ausrüstung?“, sagte Ischinger. „Wir könnten unseren polnischen Freunden diese Dinge kostenlos zur Verfügung stellen, um ihre Fähigkeit ⁠zur Verteidigung zu stärken.“ Diese Geste würde ⁠zwar Geld kosten, wäre aber „eine unglaublich gute Investition in Bezug auf politische Klugheit“.

Zugleich zeigte sich der Vorsitzende der Sicherheitskonferenz enttäuscht davon, dass sich Deutschland und Frankreich bisher nicht auf den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeugs (FCAS) einigen konnten. „Ich denke, das ist leider eine sehr unglückliche Entwicklung“, sagte Ischinger. Er habe aber noch Hoffnung, dass man einen Ausweg finde. „Die Wahrheit ist natürlich, dass sie zwar einen technologischen Vorsprung haben, Frankreich aber kein Geld mehr hat“, sagte er mit Blick auf ‍den französischen Rüstungskonzern Dassault, der den Fortgang des milliardenschweren Projekts derzeit ‍mit dem Pochen auf einen größeren Arbeitsanteil blockiert. „Ich denke also, dass es … noch Hoffnung gibt, dass ein Kompromiss gefunden werden könnte, bei dem wir etwas mehr ⁠Geld bereitstellen und die Franzosen akzeptieren, dass der Technologieanteil gerecht und für alle Seiten akzeptabel ist.“ Die deutsche und die französische Regierung hatten eigentlich bis Jahresende die Zukunft des Projekts klären wollen, die Entscheidung ‍aber erneut vertagt.

Falls das ⁠Projekt scheitere, ‌müsse man sich nach Alternativen umschauen, sagte ‌Ischinger. Er habe gehofft, „dass FCAS ‌in zehn Jahren so etwas wie die nächste Generation von Airbus sein würde“, fügte er ​mit Verweis auf den deutsch-französischen Flugzeugkonzern hinzu. Er sei überzeugt, dass Bundeskanzler Friedrich ‍Merz ⁠und sein Team alles tun würden, um das Projekt vor dem Scheitern zu bewahren.

09:45 Uhr – Selenskyj: Russische Drohne beschädigt Botschaft von Katar in Kiew

Eine russische ⁠Drohne hat bei nächtlichen Angriffen auf die Ukraine nach Angaben von Präsident Selenskyj das Botschaftsgebäude von Katar in Kiew beschädigt. Katar ‍helfe bei der Vermittlung von Gesprächen mit Russland über den Austausch von Kriegsgefangenen, teilt Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram weiter mit.

08:56 Uhr – Chef von Sicherheitskonferenz: Gespräche Europas mit Russland derzeit aussichtslos

Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hält direkte Gespräche der Europäer mit der ⁠russischen Regierung derzeit für sinnlos. Hochrangige russische Politiker machten immer wieder deutlich, dass die Europäer für ‍sie „nur Vasallen der Vereinigten Staaten“ seien und hätten wohl nur Interesse, mit den USA zu sprechen, sagte Ischinger in einem am Freitag veröffentlichten TV-Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er zeigte sich deshalb auch skeptisch gegenüber dem Vorschlag von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, direkt mit ⁠Russlands Präsident Putin zu sprechen.

Dies ⁠sei auch der Hauptgrund, warum er Vertreter der russischen Regierung nicht zu der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar eingeladen habe, sagte Ischinger. Sie würden ohnehin nicht kommen und „von 90 Prozent der anderen Teilnehmer der Sicherheitskonferenz niedergebrüllt werden“. „Es tut mir leid, aber es macht derzeit wenig Sinn, einen Vertreter der russischen Regierung dabei zu haben“, fügte ‍Ischinger hinzu.

Er habe sich aber sehr bemüht, ‍für die Konferenz russische Vertreter zu finden, die einen „ernstzunehmenden intellektuellen, politischen oder militärischen Hintergrund“ hätten, ohne dabei klassische ⁠Oppositionelle zu sein. Er hoffe sehr darauf, dass wieder sinnvolle Gespräche Deutschlands oder der Europäer mit der russischen Seite möglich seien, so dass ‍man die russische Regierung ⁠wieder zur ‌Münchner Sicherheitskonferenz einladen könne, sagte ‌Ischinger. „Aber leider sind ‌wir im Moment noch nicht so weit.“ Zugleich betonte Ischinger, dass der ​iranische Außenminister Abbas Araghchi eingeladen sei, er aber noch ‍keine ⁠Zusage erhalten habe.

08:04 Uhr – Hunderttausende nach ukrainischem Angriff in Russland ohne Strom und Heizung

Nach einem ukrainischen Angriff in der russischen Grenzregion Belgorod sind russischen Angaben zufolge bei hunderttausenden Menschen Strom und Heizung ausgefallen. Als Ergebnis des „nächtlichen Angriffs des Feindes auf die Versorgungsinfrastruktur“ der Region Belgorod seien am Donnerstagmorgen um 6 Uhr 556.000 Menschen in sechs Gemeinden ohne Strom, erklärte Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Freitag. Fast ebenso viele Menschen seien zudem bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ohne Heizung.

07:20 Uhr – Moskau: Russland schoss mit Mittelstreckenrakete Oreschnik

Nach Angaben aus Moskau hat Russland bei dem Angriff auf die Westukraine die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit. „Die russischen Streitkräfte haben einen massiven Schlag mit boden- und seebasierten Hochpräzisionswaffen großer Reichweite gegen kritische Objekte auf dem Gebiet der Ukraine geführt, darunter auch mit dem Mittelstreckenkomplex Oreschnik und Drohnen“, heißt es in der Mitteilung der Behörde.

Der Angriff sei Teil eines massiven nächtlichen Schlags gegen Energieanlagen und Drohnenfabriken gewesen, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Es handele sich um eine Reaktion auf einen versuchten ukrainischen Drohnenangriff auf eine der Residenzen von Präsident Putin Ende Dezember. Die Regierung in Kiew weist die russischen Vorwürfe als „Lüge“ zurück. Nach ⁠Angaben der ukrainischen Luftwaffe hat ⁠Russland bei dem jüngsten Angriff insgesamt 36 Raketen und 242 Drohnen eingesetzt.

07:17 Uhr – Kiew meldet vier Tote bei nächtlichen russischen Angriffen

Bei neuen russischen Drohnen- und Raketenangriffen wurden in Kiew in der Nacht zum Freitag nach ukrainischen Angaben mindestens vier Menschen getötet. Mindestens 22 weitere seien verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Mehrere Stadtteile Kiews seien getroffen worden, erklärte Tymur Tkatschenko, Leiter der Militärverwaltung der Stadt. Im Bezirk Desnjanskyj sei eine Drohne auf das Dach eines mehrstöckigen Gebäudes gestürzt. An einer weiteren Adresse im selben Bezirk seien durch die Angriffe die ersten beiden Stockwerke eines Wohnhauses beschädigt worden.

Im Bezirk Dnipro beschädigten Trümmer einer Drohne den Angaben zufolge ein mehrstöckiges Gebäude, zudem brach ein Feuer aus. In Teilen der Hauptstadt seien infolge der Angriffe die Wasser- und Stromversorgung unterbrochen worden, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko.

Der Bürgermeister der westukrainischen Stadt Lwiw, Andrij Sadowyj, meldete zudem einen russischen Angriff auf die kritische Infrastruktur mit einer bisher nicht identifizierten ballistischen Rakete.

Die Angriffswelle erfolgte nur wenige Stunden, nachdem Präsident Wolodymyr Selenskyj die Bevölkerung vor russischen Absichten für eine groß angelegte Offensive gewarnt hatte. Russland wolle das eisige Wetter in der Hauptstadt ausnutzen, das für gefährliche Glätte auf Straßen und Wegen sorge.

06:58 Uhr – Trump stellt neue Russland-Sanktionen in Aussicht

US-Präsident Donald Trump signalisiert Unterstützung für ein neues Sanktionspaket gegen Russland wegen des andauernden Ukraine-Kriegs. „Ich unterstütze es“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Weiter sagte er aber: „Ich hoffe, dass wir es nicht verwenden müssen.“ Man habe bereits „große Sanktionen gegen Russland“ verhängt, die russische Wirtschaft sei „sehr schlecht“, sagte Trump. Russland sei jedoch größer als die Ukraine und ein einflussreicheres Land.

04:58 Uhr – Rakete schlägt im Westen der Ukraine ein – Spekulation über Oreschnik-Einsatz

Russland hat in der Nacht wichtige Infrastruktur in der westukrainischen Stadt Lwiw mit einer nicht identifizierten ballistischen Rakete angegriffen, sagte Bürgermeister Andriy Sadoviy. Zunächst war von einer Hyperschallrakete gesprochen worden. Das Westkommando der ukrainischen Luftwaffe teilte mit, dass die Rakete mit einer Geschwindigkeit von 13.000 Kilometern pro Stunde flog, der genaue Typ der Rakete derzeit untersucht werde.

Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf die ukrainische Luftwaffe, dass es womöglich einen Abschuss einer ballistischen Mittelstreckenrakete von einem russischen strategischen Atomtestgelände aus gegeben hat. Wenn eine atomwaffenfähige Rakete für den Angriff in der Nähe von Lwiw verantwortlich gewesen sein sollte, so der Bericht, wäre es erst das zweite Mal in diesem Krieg, dass eine Rakete von einem Testgelände der strategischen Nuklearstreitkräfte Russlands, weit entfernt von den Grenzen der Ukraine, abgefeuert wurde.

Ukrainische Militärblogs veröffentlichten angebliche Videos aus der Region, die sechs Einschläge hintereinander zeigen. Dies ähnelt dem Trefferbild von sechs Gefechtsköpfen der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik (Haselstrauch). Offizielle Bestätigungen für den Einsatz dieser Rakete gab es nicht. Die nach russischen Angaben neue Mittelstreckenrakete Oreschnik war erstmals im November 2024 auf die südukrainische Großstadt Dnipro abgefeuert worden.

00:41 Uhr – Bürgermeister: Drohnen in Kiew, drei Tote

Nach Angaben des Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, greifen russische Drohnen Ziele in der ⁠ukrainischen Hauptstadt an. Es ⁠gebe Explosionen, schreibt Klitschko auf Telegram. In drei Bezirken seien Brände ausgebrochen. Die Drohnen hätten Gebäude in zwei Stadtteilen auf beiden Seiten des Flusses Dnipro getroffen.

Klitschko erklärte zunächst, zwei Menschen seien getötet worden. Später in der Nacht wurde bekannt, dass es drei Todesopfer gab. Mehrere Menschen sind zudem verletzt worden.

Der ‍Gouverneur der westukrainischen Region Lwiw, Maxym ‍Kosyzkyj, meldet ebenfalls Angriffe. Dabei sei ein ⁠Infrastrukturziel getroffen worden. Nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt Lwiw, Andrij ‍Sadowyj, wurde bei ⁠dem russischen ‌Angriff eine ‌Oreschnik-Hyperschallrakete eingesetzt. Es ‌sei jedoch Sache des Militärs, ​die eingesetzte Waffe zu bestimmen, ‍schreibt ⁠er auf Telegram.

Donnerstag, 8. Januar:

23:21 Uhr – Raketenalarm für gesamte Ukraine ausgelöst

In der gesamten Ukraine ist wegen eines möglichen russischen Raketenangriffs Luftalarm ausgelöst worden. „Drohende Gefahr durch den Einsatz ballistischer Waffen“, schrieb die ukrainische Luftwaffe auf ihrem Telegram-Kanal. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videobotschaft, es gebe Anzeichen für einen massiven russischen Luftangriff in der Nacht zum Freitag. „Es ist sehr wichtig, heute und morgen auf Luftalarme zu achten und sich ständig in Schutzräume zu begeben“, sagte er.

dpa/AP/AFP/rtr/jho/coh/cvb/jac/lay