
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt weitere trilaterale Gespräche für Mittwoch an. Zudem wirft er Russland vor, gezielt die Logistik und Verbindungen zwischen Städten und Gemeinden in der Ukraine zu zerstören. Die EU hat ihren Gasimport aus Russland im Januar gesteigert.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine im Liveticker:
Montag, 2. Februar:
22:35 Uhr – Laut Selenskyj zeigt US-Druck auf Russland Wirkung
Nach Angaben von Selenskyj ist die Zahl der russischen Angriffe auf Energieanlagen in seinem Land zurückgegangen. Zwar seien in frontnahen Gebieten erneut Infrastrukturobjekte durch Beschuss getroffen worden, darunter auch lokale Energieerzeuger. Doch es habe im Tagesverlauf keine Angriffe mit Raketen und Shahed-Kampfdrohnen gegeben, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. Er führte das auf US-amerikanischen Druck auf Moskau zurück. „Das zeigt, dass wenn in Amerika die Motivation da ist, die Lage zu ändern, dann kann sich die Lage auch ändern.“
20:28 Uhr – Deutschland wolle sich durch Ukraine-Unterstützung an Russland rächen, meint Kreml
Die deutsche Außenpolitik in der Ukraine ist nach russischer Darstellung von Rachegelüsten geprägt. „Die deutsche Regierung hat aufgehört, den Fakt zu verstecken, dass sie unserem Land gegenüber von der Besessenheit getrieben wird, Revanche für frühere Niederlagen zu nehmen“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten schriftlichen Mitteilung des russischen Außenministeriums im Nachgang der jährlichen Pressekonferenz von Minister Sergej Lawrow zu Jahresbeginn.
Teil dieses „Revanchismus“ sei die uneingeschränkte Unterstützung der Ukraine. Dort kämen 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erneut massenhaft deutsche Waffen gegen russisches Gebiet zum Einsatz, kritisierte das Außenamt in Moskau. In Litauen sei die Bundeswehr bereits stationiert. Sollte Berlin dieses aber in der Ukraine versuchen, würden die Soldaten – wie andere ausländische Truppen auch – als „legitime Ziele“ bekämpft werden, heißt es.
18:32 Uhr – Selenskyj begrüßt „Deeskalation“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine in den vergangenen Tagen eingetretene „Deeskalation“ mit Russland begrüßt. „Die Deeskalationsmaßnahmen, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Kraft getreten sind, tragen dazu bei, das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Verhandlungsprozess und seine möglichen Ergebnisse zu stärken“, erklärte Selenskyj am Montag in Onlinenetzwerken.
17:38 Uhr – Frieden laut Ukraine-Präsident realistisch
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich vor neuen Friedensgesprächen mit Russland zuversichtlich. Ein würdiger und dauerhafter Frieden sei realistisch zu erreichen, sagt er in Kiew nach Beratungen mit seinem Verhandlungsteam. Die ukrainische Delegation werde während der am Mittwoch beginnenden zweitägigen Gespräche in Abu Dhabi auch bilaterale Treffen mit US-Vertretern abhalten. „Wir betrachten das Dokument über bilaterale Sicherheitsgarantien mit den Vereinigten Staaten als fertiggestellt und erwarten weitere inhaltliche Arbeit an Dokumenten, die den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung betreffen“, sagt Selenskyj.
14:54 Uhr – Kreml bestätigt neue Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi
Der Kreml hat die nächste Gesprächsrunde zwischen Russland, der Ukraine und den USA über ein mögliches Ende des Krieges bestätigt. Die Verhandlungen sollen nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche in Abu Dhabi stattfinden, nachdem der ursprünglich geplante Termin verschoben worden war. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte den 4. und 5. Februar als neuen Zeitrahmen.
14:08 Uhr Kaja Kallas: Europäische Armee wäre „extrem gefährlich“
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Forderungen nach dem Aufbau einer gesamteuropäischen Armee scharf zurückgewiesen. Auf einer Sicherheitskonferenz in Norwegen warnte sie, eine zusätzliche europäische Armee neben der Nato würde zu unklaren Befehlsketten führen und sei daher „extrem, extrem gefährlich“. Wer bereits Teil der Nato sei, könne keine separate Armee aufstellen. Auch Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sprach sich gegen eine europäische Armee aus und betonte die zentrale Rolle der Nato für die Sicherheit Europas.
13:55 Uhr – EU steigert Gasimporte aus Russland im Januar
Die Europäische Union hat im Januar 2026 mehr russisches Gas importiert als im Januar des Vorjahres, berichtet Reuters. Die Lieferungen über die Pipeline „TurkStream“ stiegen demnach im Jahresvergleich um 10,3 Prozent auf 55,8 Millionen Kubikmeter pro Tag. Insgesamt bezog die EU im Monatsverlauf 1,73 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland, rund 160 Millionen mehr als im Vorjahr. Nach dem Ende des Gastransits durch die Ukraine ist TurkStream der einzige verbleibende Lieferweg für russisches Pipeline-Gas nach Europa.
12:38 Uhr – Medwedjew warnt eindringlich vor Auslaufen des Atom-Abrüstungsvertrags „New Start“
Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedjew, hat vor schwerwiegenden Folgen eines ersatzlosen Auslaufens des Atom-Abrüstungsvertrags „New Start“ gewarnt. Ohne ein Nachfolgeabkommen würden die größten Atommächte erstmals seit den frühen 1970er-Jahren keinerlei Beschränkungen mehr bei strategischen Atomwaffen unterliegen, sagte Medwedjew in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
Zwar bedeute dies nicht zwangsläufig einen sofortigen Atomkrieg, „aber es sollte dennoch jeden alarmieren“, betonte er. Rüstungskontrollverträge dienten nicht nur der Begrenzung von Sprengköpfen, sondern auch der Vertrauensbildung und der Überprüfung politischer Absichten.
Der Vertrag, der die Zahl stationierter Atomsprengköpfe auf jeweils 1550 begrenzt, läuft an diesem Donnerstag aus. Bislang liegt Moskau zufolge keine Zustimmung Washingtons zu einer Verlängerung vor. „Wenn er ausläuft, läuft er aus“, hatte Trump unlängst der „New York Times“ gesagt.
07:03 Uhr – Russland meldet zwei Tote nach ukrainischem Drohnenangriff
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Grenzregion Belgorod sind nach Behördenangaben zwei Zivilisten getötet worden. Der Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow erklärte, in der Stadt Stary Oskol sei zudem ein Wohnhaus in Brand geraten.
03:00 Uhr – Russland sichert China Unterstützung bei Taiwan zu
Russlands Sicherheitsratssekretär Sergej Schoigu hat China bei einem Besuch in Peking die Unterstützung Moskaus in der Taiwan-Frage zugesichert. Russland erkenne die Regierung in Peking als einzige legitime Vertretung Chinas an und warf Chinas Widersachern vor, die Lage in der Taiwan-Straße zu destabilisieren. Chinas Außenminister Wang Yi erklärte zugleich, Peking wolle die strategische Abstimmung mit Russland vertiefen und sich gemeinsam für eine „multipolare Welt“ einsetzen.
00:34 Uhr – Maßnahmen gegen russischen Missbrauch von Starlink-Internet wirken
Die Maßnahmen gegen eine unbefugte Nutzung des Satelliten-Internets Starlink durch Russland zeigen nach Angaben von Elon Musk Wirkung. „Es sieht so aus, als hätten die Schritte, die wir unternommen haben, um die unbefugte Nutzung von Starlink durch Russland zu stoppen, funktioniert“, teilt der SpaceX-Chef auf X mit.
Die Ukraine hatte zuvor erklärt, gemeinsam mit dem US-Raumfahrtunternehmen daran zu arbeiten, dass Russland Starlink nicht mehr zur Steuerung von Drohnen nutzen kann.
