Überschwemmungen in Südosten Afrikas: Krüger Nationalpark geschlossen


Im Südosten Afrikas haben heftige Regenfälle schwere Verwüstungen verursacht ‒ mit mehr als 100 Toten, Hunderttausenden Vertriebenen und vielen Vermissten. Südafrikas Regierung rief am Sonntag den nationalen Notstand aus.

Dort kamen in der Provinz Limpopo nach offiziellen Angaben bisher 17 Menschen ums Leben, in der benachbarten Mpumalanga-Provinz mindestens 20. Für Limpopo bezifferte die Provinzregierung die Schäden an der zerstörten Infrastruktur wie an Schulen, Krankenhäusern und öffentlichen Gebäuden auf umgerechnet rund 217 Millionen Euro.

Nationalpark teilweise geschlossen

Der im Nordosten gelegene Krüger-Nationalpark mit einer Fläche von rund 20.000 Quadratkilometern bleibt zunächst bis Montag zumindest in Teilen für Besucher gesperrt, da auch dort große Flächen überschwemmt sind. Luftbilder und Videos der Parkbehörde zeigen Camps und Lodges, die bis zum Dach unter Wasser stehen. Noch ist der südliche Teil geöffnet. Kurzfristige Schließungen sind laut Parkverwaltung aber möglich.

Besonders heftige Regenfälle erlebte das Nachbarland Mosambik. Das Welternährungsprogramm (WFP) sprach bereits von einer der schlimmsten Flutkatastrophen seit Jahren. Hilfsorganisationen wie Save the Children berichteten am Wochenende von mehr als hundert Toten sowie mehr als 230.000 Personen, die vor den Wassermassen fliehen mussten.

Nach Informationen des nationalen Instituts für Disaster-Management retteten sich die Menschen zum Teil auf Bäume und Dächer. Straßen stünden unter Wasser, Hütten und Felder seien zerstört worden. Das WFP warnte vor weitreichenden Folgen: Angesichts zerstörter Felder und erheblicher Schäden an der Infrastruktur könne es zu Ernährungsengpässen kommen.

Von Wassermassen weggespült

Auch würden zahlreiche Menschen vermisst; darunter ein südafrikanischer Kommunalpolitiker, dessen Fahrzeug im Süden Mosambiks von den Wassermassen erfasst und weggespült wurde. Bis Sonntagnachmittag gab es keine weiteren Informationen über sein Schicksal.

Betroffen ist auch der Binnenstaat Simbabwe. Dort wurden nach einem Dammbruch zwei Brücken komplett zerstört. Auch verursachen über die Ufer getretene Flüsse schwere Schäden und vertreiben Tausende Menschen in höher gelegene Regionen.

Auch Wildtiere gelten als Gefahr, da sie auf der Flucht vor den Wassermassen sind oder in bewohnte Gebiete gespült wurden. Eine Behördenvertreterin in der mosambikanischen Chibuto-Region berichtete von zwei Todesopfern durch Krokodil-Attacken. Drei weitere Menschen seien dabei verletzt worden.

Extremwetter in Mosambik

In der Region wird vor allem das am Indischen Ozean gelegene Mosambik zu Jahresbeginn regelmäßig von Zyklonen heimgesucht, die oft schwere Verwüstungen anrichten. Es gilt als extrem betroffen von Extremwetter: Laut einem Weltbank-Bericht wurde das Land im Zeitraum zwischen 1980 und 2022 von 28 Zyklonen, 20 schweren Überschwemmungen und 15 Dürreperioden geplagt.