Trump will Großinvestoren aus dem Häusermarkt drängen


Präsident Donald Trump will Eigenheime für Amerikaner wieder erschwinglich machen. Dafür will er institutionellen Investoren verbieten, weitere Wohnhäuser zu kaufen. Das kündigte er auf Truth Social an. Mit dem Vorstoß greift er eine Forderung der Demokraten auf. Dort gelten die Immobilienspekulationen von Private-Equity-Gesellschaften vielen als Treiber der Preisrally. Vor allem die linke Senatorin Elizabeth Warren wirbt seit langem für einen Bann der Großinvestoren und scheiterte mit Gesetzesentwürfen an Republikanern. Nun verlangt Trump vom Kongress, ein Gesetz zu verabschieden, das Großinvestoren das Handwerk legt.

Unstrittig ist: Wohnen ist teurer geworden. Im Mittel kostet ein Einfamilienhaus in den USA 414.000 Dollar. In begehrten Metropolen liegen die Preise deutlich darüber. In Los Angeles betrug der mittlere Preis für im November verkaufte Einfamilienhäuser 1,03 Millionen Dollar, in New York 860.000 Dollar, in San Francisco 1,5 Millionen Dollar. Die Preise steigen seit 2010 – besonders kräftig in der Amtszeit von Präsident Joe Biden. Seither gaben sie im Durchschnitt nur leicht nach.

Unter Präsident Biden haben sich Häuser besonders stark verteuert

Parallel sind die Hypothekenzinsen gestiegen. Unter Biden kletterten diese von rund 3 Prozent auf über 7 Prozent für 30-jährige Kredite, die in den USA üblich sind. Inzwischen liegen sie immer noch bei knapp 6,2 Prozent. Das drückt die Erschwinglichkeit: Nicht nur der Kaufpreis zählt – die Monatsrate entscheidet.

Kritiker der Private-Equity-Branche sagen: Investoren drängen Familien aus dem Markt und trüben so die Aussicht auf den „American Dream“. Für viele Amerikaner gehört dazu das eigene Haus.

Die offizielle Statistik wirkt auf den ersten Blick beruhigend. Die Eigenheimquote lag zuletzt bei 65,3 Prozent: Rund zwei Drittel der Amerikaner leben in den eigenen vier Wänden. Historisch ist das kein niedriger Wert – in den oft beschworenen „goldenen“ sechziger und siebziger Jahren lag die Quote niedriger. In Deutschland liegt sie unter 50 Prozent.

Für junge Familien ist der Traum vom Haus fern

Der Haken: Für junge Familien ist der Einstieg schwieriger geworden. Hohe Preise und hohe Zinsen treiben die Monatsbelastung nach oben. Viele Haushalte mit normalem Einkommen werden aus den begehrten Regionen herausgedrängt. Wer früher mit Anfang dreißig kaufte, verschiebt den Schritt heute oft um Jahre: längeres Sparen für die Anzahlung, zwei Einkommen als Voraussetzung, häufiger Unterstützung durch die Eltern.

Dazu kommt ein struktureller Engpass. In vielen Ballungsräumen fehlt bezahlbarer Bestand. Neubau wird durch Regulierung und hohe Baukosten gebremst. Das verschiebt Vermögensbildung nach hinten – und vertieft die Kluft zwischen Eigentümern, die bereits profitieren, und Mietern, die außen vor bleiben. Kurz: Kaufen geht noch. Aber es ist weniger selbstverständlich – und für viele deutlich schwerer als früher.

Wie groß die Schuld von Private Equity daran ist, bleibt umstritten. Jenny Schuetz, Forscherin bei Brookings, sagte in einer Kongressanhörung: Große Investoren hätten in einem Markt mit hoher Nachfrage und knappem Angebot bessere Karten als junge Familien. Sie sitzen auf Kapital, haben leichteren Zugang zu Finanzierung – und können private Käufer, vor allem Erstkäufer, überbieten. In einzelnen Regionen kann das Käufer verdrängen.

Der Marktanteil von Investoren ist klein

Schuetz betont allerdings: Den Mangel haben nicht die Investoren geschaffen. Den produzieren vielerorts Kommunen selbst – durch Bauvorschriften, Wohnungsverbote, große Mindestgrundstücke. Solche Regeln bremsen den Neubau, besonders bei kleineren, bezahlbaren Häusern. Das verknappt das Angebot – und erhöht die Renditen der Vermieter. Politisch ist das bequem: Viele Eigentümer und Lokalpolitiker profitieren von Knappheit – und verteidigen sie.

Auch die Größenordnung spricht gegen einfache Schuldzuweisungen. Große institutionelle Investoren – definiert als Eigentümer von mehr als 100 Häusern, darunter Private-Equity-Firmen – halten laut Brookings 3 Prozent des Bestands an Einfamilien-Mietobjekten in den USA. In manchen Regionen ist der Anteil deutlich höher: In den 20 Metropolräumen, in denen sie besonders präsent sind, kommen sie auf 12,4 Prozent.

Schaut man auf Käufe statt auf Bestände, dann kamen Investoren – Käufer von Nicht-Hauptwohnsitzen – im ersten Quartal 2025 auf knapp 27 Prozent aller Hauskäufe. Das meiste dürfte jedoch von Kleinanlegern stammen: Wer weniger als fünf Immobilien besitzt, hält 85 Prozent der von Investoren gehaltenen Wohnimmobilien. John Burns Research and Consulting schätzt, dass institutionelle Investoren weniger als 2 Prozent aller Häuser kaufen. Blackstone, von Kritikern gern als Hauptsünder genannt, reduziert seinen Hausbestand seit Jahren.

Entdeckt haben Investoren den Markt nach der Finanzkrise. Als die Zwangsvollstreckungen explodierten und Millionen Amerikaner ihr Haus verloren, griffen Private-Equity-Firmen zu: Sie kauften notleidende Häuser in großer Zahl und machten daraus Mietobjekte. Das Government Accountability Office hält fest, große institutionelle Investoren seien nach der Krise 2007–2009 entstanden, hätten zwangsversteigerte Häuser paketweise gekauft und in Mietwohnraum verwandelt. Bis 2015 war der Wandel sichtbar: Hatte zuvor kein einzelnes Unternehmen mehr als 1.000 Häuser, hielten institutionelle Investoren Mitte des Jahrzehnts zusammen zwischen 170.000 und 300.000 Einfamilienhäuser.