

Das sind die fünf wichtigsten Lehren der Trump-Rede
Donald Trumps Auftritt in Davos war mit Spannung erwartet worden. Und Trump enttäuschte die Erwartungen nicht. Das sind die fünf wichtigsten Lehren aus seiner Rede:
Erstens: Trump untermauert die territorialen Ansprüche der USA auf Grönland. „Es ist unser Territorium“, sagte Trump, weil Grönland zum nordamerikanischen Kontinent gehöre. „Es ist ein Kern-Sicherheitsinteresse von uns“, sagte Trump. Damit setzt der US-Präsident die EU weiter unter Druck. Die Frage ist, ob es der EU gelingen kann, mit Trump ein Abkommen zu Grönland auszuhandeln, etwa indem sie den USA Zusicherungen für Stützpunkte oder den Zugang zu Rohstoffen macht. Noch in Davos soll es dazu Gespräche geben.
Zweitens: Trump forderte sofortige Verhandlungen über Grönland – aber er werde „keine Gewalt anwenden“. Das war, wie der US-Präsident auch selbst sagte, die vielleicht wichtigste Botschaft seiner Rede. Der Albtraum eines militärischen Konflikts zwischen der EU und den USA ist damit vom Tisch.
Drittens: Auch wenn Trump auf den Einsatz militärischer Mittel verzichten will, drohte er Europa Konsequenzen an. „Wir wollen ein Stück Eis für den Schutz der Welt“, sagte Trump. Europa habe die Wahl. „Wenn sie Nein sagen, werden die USA sich erinnern“, warnte der US-Präsident.
Viertens: Trump bekannte sich zur Nato. Doch die Lasten innerhalb des Verteidigungsbündnisses sind aus Sicht des US-Präsidenten noch immer unfair verteilt. „Das Problem mit der Nato ist, dass wir zu 100 Prozent für sie da sein werden. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie auch für uns da wären, wenn wir sie um Hilfe bitten würden“, sagte Trump.
Fünftens: Trump hat in Davos zum wiederholten Male ein internationales Treffen gecrasht. Vom G7-Gipfel in Kanada im Juni reiste er vorzeitig wegen der Lage im Nahen Osten ab. Am G20-Gipfel in Südafrika im November nahm Trump gar nicht erst teil, veröffentlichte aber einen Tag vor Beginn des Gipfels seinen neuen „Friedensplan“ für die Ukraine. Auch in Davos dreht sich nach Trumps Grönland-Forderungen alles um Trump, und alle anderen Themen rückten in den Hintergrund.
