Mit dem Tod von Valentino Garavani, der am Montag in Rom im Alter von 93 Jahren gestorben ist, werden Erinnerungen wach. Schauspielerinnen, Models, Fotografen, Influencer und Designerkollegen gedenken des Modeschöpfers. „Es ist das Ende einer Ära“, schreibt Schauspielerin Gwyneth Paltrow auf Instagram zu einem Bild, das sie mit Valentino zeigt. Donatella Versace verabschiedet sich von „einem wahren Meister“. Und die ehemalige französische Première Dame Carla Bruni schreibt auf Italienisch: „Er hat der Welt so viel Schönheit hinterlassen.“
Die originellste Art, an den Modeschöpfer und das ikonische Valentino-Rot zu erinnern, erfand nur wenige Stunden nach der Todesnachricht die italienische „Vogue“: Sie änderte auf die Schnelle den Titel ihres Februarhefts – das Cover der in der nächsten Woche erscheinenden Ausgabe ist einfach nur in das typische Valentino-Rot getaucht.
Vor allem die Supermodels haben bleibende Erinnerungen an den Modeschöpfer, der mit seinen Couture-Kleidern bekannt wurde. Denn die Hochphase von Claudia Schiffer, Cindy Crawford, Linda Evangelista und all den anderen war auch eine der besten Zeiten von Valentino. Der Modeschöpfer, der 1932 geboren wurde, 1959 seine Marke in Rom gründete und mit der Ausstattung von Schauspielerinnen wie Elizabeth Taylor bekannt wurde, dominierte in den Neunzigern mit seinen Kollegen Yves Saint Laurent und Karl Lagerfeld (für Chanel) die Haute Couture.
Er entwarf Claudias Brautkleid
Claudia Schiffer verdankt ihm besonders viel. Denn als das deutsche Supermodel im Jahr 2002 den Filmproduzenten Matthew Vaughn heiratete, trug sie nicht etwa ein Brautkleid von Chanel oder Yves Saint Laurent – mit Lagerfeld herrschte vorübergehend Funkstille, und Saint Laurent hatte just im Januar 2002 mit einer Couture-Schau Abschied vom Laufsteg genommen. Nein, Schiffer trug Valentino. Wie es dazu kam, das hat sie mal so erklärt: „Ich fragte ihn, ob er mein Brautkleid entwerfen könne, und er sagte: ‚Lustig, dass du das fragst – das habe ich nämlich schon entworfen.‘“
Auf Instagram verabschiedet sich die Fünfundfünfzigjährige nun entsprechend emotional. „Ich bin untröstlich über den Tod meines alten Freundes Valentino. Er war eine wahre Legende, die durch die von ihm geschaffene Marke, die Verkörperung zeitloser Eleganz und von Glamour, für immer weiterlebt“, schreibt sie – und erinnert unter anderem an eine Werbekampagne, in der sie Anita Ekberg in „La Dolce Vita“ verkörperte.

„Ich werde die wunderschönen Urlaube, die ich mit ihm auf Mallorca, Ibiza und in Saint-Tropez verbracht habe, nie vergessen“, schreibt Schiffer. Ihr Valentino-Hochzeitskleid – schulterfrei, vier verschiedene Arten handgefertigter Spitze, lange Schleppe – habe sie zu Hause in England eingerahmt.
„Filmreifer Glamour“
Auch weitere Supermodels tragen seit Montag Trauer. Linda Evangelista teilt Bilder und bedankt sich für „wunderbare Erinnerungen“. Cindy Crawford schreibt: „Er war ein wahrer Meister seines Fachs, und ich werde immer dankbar sein für die Jahre, in denen ich das Privileg hatte, eng mit ihm zusammenzuarbeiten.“ Eva Herzigová ruft ihm „au revoir“ nach. Elle Macpherson beklagt „das Ende einer schönen Ära“. Und Christy Turlington, 57 Jahre alt, erinnert sich an einen Designer, „der einen in die Vergangenheit zurückversetzen konnte“, mit „einem Glamour von filmreifer Ausstrahlung“. „Sein Lebensstil stammte aus einer längst vergangenen Ära, in die ich glücklicherweise hin und wieder eintauchen durfte.“
Nur in den Instagram-Storys von Naomi Campbell bleibt es auffallend still. Denn zum Modehaus Valentino hatte das 55 Jahre alte britische Supermodel, das weiter auf den Laufstegen präsent ist, ein gespaltenes Verhältnis. Der ehemalige Präsident der Modegruppe Valentino, Matteo Marzotto, hatte 2009 berichtet, sie habe in den Boutiquen der Marke „die kostbarsten Kleider“ ausgesucht und „nie dafür gezahlt“. Bei aller Liebe der Designer zu ihren Models und Musen: Das geht zu weit. So etwas schüttelt man nicht einfach so aus den Kleidern.
