Italien hat einen großen Schritt in Richtung WM-Teilnahme gemacht. Das Team von Trainer Gennaro Gattuso besiegte Außenseiter Nordirland und steht im Finale der Playoffs in der WM-Qualifikation.
Die große Blamage verhindert, die WM weiter im Blick: Italien hat sich mit einem verdienten 2:0 (0:0) gegen Nordirland im Halbfinal-Playoff der WM-Qualifikation die Chance auf das Weltturnier in Kanada, USA und Mexiko im Sommer bewahrt.
Beim hart erkämpften Erfolg in Bergamo war es Sandro Tonali, der das 1:0 (56.) für die Italiener erzielte. Moise Keane stellte den Endstand (80.) her.
Für Italien kommt es am kommenden Dienstag zum Entscheidungsspiel, das auswärts in Wales oder Bosnien ausgetragen wird. Der Sieger dieser Partie erhält das WM-Ticket.
Viel Druck für Italien
„Es ist das wichtigste Spiel, seitdem ich Trainer bin“, sagte Italiens Nationaltrainer Gennaro Gattuso vor dem Spiel gegen die Nordiren. Der Druck auf den ehemaligen Weltklassespieler war enorm, schließlich hätte eine Niederlage das dritte Scheitern in der WM-Qualifikation in Serie bedeutet.
Es stand viel auf dem Spiel. Wohl auch die Zukunft des Nationalcoaches bei der „Squadra Azzurra“ wäre ungewiss gewesen. Aber: Die stolze Fußballnation hat den nächsten Tiefschlag erst einmal verhindert. Auch weil die Italiener die Partie beherzt angingen.
Zähe Nordiren
Gegen den Außenseiter übernahmen die Gastgeber von Beginn an die Kontrolle und hatten in den ersten Minuten gleich drei Torannäherungen, die die Nordiren aber mit viel Einsatz entschärfen konnten.
Das Team von Trainer Michael O`Neill erwies sich als überaus unangenehmer, zäher und wehrhafter Kontrahent, so wie es das auch schon in der Gruppenphase gegen Deutschland getan hatte. Die Italiener taten sich zunehmend schwer, Lücken in der gegnerischen Abwehr zu finden, auch weil sie es nicht schafften, Tempo in die Partie zu bekommen.
Tonali mit dem erlösendem Treffer
Torgefährlich wurden die Nordiren zwar auch nicht, aber sie gerieten lange Zeit auch nicht in die Gefahr, einen Gegentreffer hinnehmen zu müssen, weil sie die einfallslosen Italiener nervten und völlig aus dem Spiel brachten.
Dieses Bild setzte sich auch in der zweiten Hälfte fort. Bis Tonali plötzlich aus 16 Metern frei zum Schuss kam. Seine Direktabnahme schlug flach und unhaltbar im Tor der Nordiren zur umjubelten Führung ein – eine echte Erlösung für die Italiener.
Auch in der Folge waren die Italiener das bessere Team. Sie blieben spielbestimmend und erhöhten durch Kean verdient auf 2:0. Tonali flankte von linken Seite in den Strafraum, Angreifer Kean verarbeitete den Ball und schob die Kugel ins lange Eck zum Endstand ein.

