Tod von Claudia Cardinale : Abschied von Europas Filmikone

Die italienische Schauspielerin Claudia Cardinale hat mit ihren vielen Filmen Kinogeschichte geschrieben – und war mit ihrem Engagement für Frauenrechte auch über das Filmgeschäft hinaus ein Vorbild. Nun ist die Schauspielerin im Alter von 87 Jahren in Frankreich gestorben.

Cardinale spielte in mehr als 150 Filmen, darunter die Meisterwerke Der Leopard und Achteinhalb. Sie stieg schnell zum internationalen Star auf und arbeitete mit Stars wie Alain Delon, Jean-Paul Belmondo und Marcello Mastroianni. Filmemacher wie Luchino Visconti und Federico Fellini waren ihre Partner.

„Sie ist das einzige einfache und gesunde Mädchen in diesem Milieu von Neurotikern und Heuchlern“, sagte ihr italienischer Schauspielerkollege Marcello Mastroianni über sie. Sie selbst sagte im Alter von 74 Jahren dem Sender France Culture: „Ich hatte das Glück, in den magischen Momenten des Kinos anzufangen. Alle großen Regisseure waren meine Lehrer, und ich habe nie jemanden angerufen. Sie haben mich gefragt.“

Visconti drehte mit ihr Anfang der 60er Jahre Rocco und seine Brüder und Der Leopard. In dem Epos um den sizilianischen Fürsten von Salina, der sich für seine Familie vergeblich gegen den Niedergang des Adels wehrt, stand sie mit Alain Delon und Burt Lancaster vor der Kamera.

Auch mit ihrer Darbietung in Sergio Leones Western-Klassiker Spiel mir das Lied vom Tod von 1969 ging Cardinale in die Filmgeschichte ein. In dem Film spielte sie als einzige Frau neben Stars wie Charles Bronson und Henry Fonda. Das Publikum in den USA wusste die Italienerin ebenfalls zu begeistern – mit Filmen wie Der rosarote Panther und Circus-Welt.

Für ihr Lebenswerk wurde Cardinale 1993 in Venedig mit dem Goldenen Löwen und 2002 in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Ihre Bekanntheit nutzte die Schauspielerin, um sich für die Rechte von Frauen und Schwulen, den Kampf gegen Aids, gegen die Todesstrafe sowie für Kinder in Kambodscha einzusetzen. Im Jahr 2000 wurde sie zur Unesco-Botschafterin für Frauenrechte ernannt.