Tod eines Zugbegleiters: Gewerkschaft kritisiert Personalmangel bei Bundespolizei an Bahnhöfen

Nach dem Tod eines Zugbegleiters durch einen Angriff hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine fehlende Aufstockung der Bundespolizei im Bahnbereich kritisiert. „Die Bundespolizei ist rechtlich im Bahnpolizeibereich zuständig, wartet aber seit Monaten auf Verstärkung“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Bundespolizei ist in Grenzkontrollen und anderen Aufgaben stark gebunden und die Landespolizeibehörden können ebenfalls kaum unterstützen und aushelfen.“

Kopelke forderte Bund und Länder auf, ihre Polizeikontingente aufzustocken. „Mit Blick auf die Sorgen bei Bahnpersonal, Reisenden und Polizei muss die Bundesregierung gemeinsam mit Innenministerkonferenz und Verkehrsministerkonferenz umgehend Maßnahmen beraten und beschließen“, sagte er. 

Der GdP-Chef forderte ein Sofortprogramm für alle Polizeibehörden. Nötig seien zusätzlich „14 Hundertschaften in der Bereitschaftspolizei der Länder und des Bundes“, um „effektiv, schlagkräftig und flexibel überall in der Bundesrepublik mehr Sicherheit“ zu gewähren.

Ein 36 Jahre alter Zugbegleiter war in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz am Montagabend von einem Passagier lebensbedrohlich verletzt worden. Er hatte den Reisenden zuvor kontrolliert und wollte ihn wegen des fehlenden Fahrscheins des Zugs verweisen. Der Bahnmitarbeiter erlag später seinen Verletzungen.

Nach Angaben der Deutschen Bahn gab es im vergangenen Jahr pro Tag durchschnittlich acht Angriffe auf Mitarbeitende. Etwa die Hälfte davon ereignet sich im Regionalverkehr.