Thomas Schmid: Wer hat Angst vor diesem Mann?

Zwischen Angeklagten und Zeugen ist es manchmal nur ein feiner Unterschied. Und ein kurzer Weg. Zwei Meter Luftlinie sind es im Saal 61 des Linzer Landesgerichts. Auf den rot gepolsterten Holzsesseln für die Angeklagten sitzen dort am vergangenen Montag August Wöginger und zwei weitere Männer. Und vor ihnen, in der Mitte des Raumes, im Zentrum der Aufmerksamkeit, Thomas Schmid. Ja, der Thomas Schmid.

Gute zwei Jahre ist es her, dass der einstige Wegbegleiter von Sebastian Kurz zuletzt öffentlich aufgetreten ist. Das Karussell aber, das er, oder besser sein Handy, vor fast fünf Jahren angestoßen hat, dreht sich noch immer. Die Causa Casinos Austria, der Rücktritt von Sebastian Kurz in der Inseratenaffäre, der Fall Wöginger: alles verbunden mit dem Namen Thomas Schmid. Und mit seinem „Kastl“, in dem Korruptionsermittler 300.000 Nachrichten fanden. Darunter Chats aus dem Maschinenraum der Republik, einige davon für immer im politischen Gedächtnis der Republik veraktet. „Ich liebe meinen Kanzler!“, war so eine.