Die Weltranglistenerste aus Belarus sicherte sich mit dem 6:2, 4:6, 6:3-Erfolg nicht nur ihren 24. Einzeltitel, sondern auch das prestigeträchtige „Sunshine Double“. Die Titel in Indian Wells und Miami in einem Jahr zu gewinnen, hatten zuvor nur fünf Spielerinnen geschafft, darunter die Deutsche Steffi Graf (1994 und 1996).
Vor heimischer Kulisse in Miami fand Coco Gauff schleppend in die Partie und hatte der dominanten Vorstellung von Aryna Sabalenka wenig entgegenzusetzen. Angefeuert von Familie und Fans im Hard Rock Stadium kämpfte sich Gauff zurück und konnte der Belarusin den ersten Satzverlust bei diesem WTA-Masters zufügen. Dass es dennoch nicht reichte, lag an der zu hohen Fehleranzahl im entscheidenden dritten Satz und dem frühen Break der Favoritin.
Ohne große Mühe spielte sich die aktuell beste Tennisspielerin der Welt bis in das Endspiel, wohingegen Gauff in vielen Runden über drei Sätze gehen musste. Das lag auch an der Schwachstelle im Spiel der US-Amerikanerin. Keine Spielerin auf der WTA-Tour hat 2025 mehr Doppelfehler produziert als sie (431). So wunderte es auch nicht, dass Gauff ihrer Gegnerin genau damit den perfekten Einstieg in das Endspiel bot.
Sabalenka gewinnt ersten Satz im Eiltempo
Sabalenka holte sich direkt Break und war auch in der Folge spielbestimmend, brachte ihre ersten Aufschläge druckvoll durch und machte kaum Fehler. Unter der Anfeuerung ihrer Brüder Codey und Cameron holte sich Gauff ihren zweiten Aufschlag (1:2) und brachte ihre Gegnerinnen im Anschluss erstmals in Bedrängnis. Doch die Nummer Eins der Welt wackelte nur kurz und sicherte ihren Break-Vorsprung konsequent ab.
Weil Gauff ihre Fehleranfälligkeit nicht abschalten konnte, eilte Sabalenka in nur 37 Minuten zum 6:2-Satzgewinn. Die 27-Jährige trieb die Lokalmatadorin über das Feld, spielte dominant und bestimmte den Großteil der Ballwechsel. Das änderte sich zu Beginn des zweiten Satzes, als Gauff ihr erstes Aufschlagsspiel durchbrachte. Beim anschließenden Aufschlag von Sabalenka erarbeitete sich die 22-Jährige ihren ersten Breakball, vergab die Chance aber wegen zwei einfachen Fehlern.
Gauff hadert mit der eigenen Fehlerquote
Das Spiel war trotz der vergebenen Breakchance offener. Die in Florida geborene Gauff ballte nach gewonnenen Bällen immer häufiger die Faust, animinierte das Publikum und schien sich Stück für Stück in die Partie hereinkämpfen. Doch gerade in diesen Momenten streute Gauff ihren zweiten Doppelfehler ein.
Den Frust sah man der an Vier gesetzten Gauff nicht nur deutlich an, auch die Stabilität des Schlägers wurde intensiv getestet. Weil aber auch Sabalenka Punkte liegen ließ, konnte Gauff eine Vorentscheidung abwenden und erhöhte auf 3:2. So ging es im Gleichschritt weiter bis zum 5:4, beide Sportlerinnen boten den Fans im gut gefüllten Hard Rock Stadium eine sehenswerte Partie.
Immer wieder haderte die US-Amerikanerin Coco Gauff mit sich selbst und den eigenen Fehlern
Allen voran Gauff, die sich im zweiten Satz deutlich verbessert zeigte und die bis dato souveräne Sabalenka immer weiter in Bedrängnis brachte. Und sich nach rund 90 Minuten und der ersten Breakchance den zweiten Satz (6:4) holte. Doch die Favoritin zeigte sich unbeirrt vom ersten Satzverlust dieses Turniers und startete mit einem frühen Break in den dritten Durchgang.
Sabalenka zeigt sich von Atmosphäre unbeeindruckt
Den sicherte die Belarusin ab, aber auch Gauff fand zurück zu ihrem starken Spiel aus dem zweiten Durchgang. Mit einem Ass verkürzte die US-Amerikanerin auf 2:3, lief dem frühen Break aber weiter hinterher. In der immer lauter werdenden Arena handelte sich Sabalenka eine Verwarnung ein, weil die 27-Jährige die Fans zu harsch bittete, während der Aufschläge still zu bleiben.
Aber auch diese Nebenschauplätze brachten Sabalenka nicht davon ab, ihr Aufschlagsspiel zum 5:3 durchzubringen. Gauff versuchte alles, um den Rückstand zu egalisieren, aber ihre Kontrahentin zeigte sich in den entscheidenden Momenten zu abgeklärt. Unter Bedrängnis überlupfte die Favoritin Gauff und sicherte sich den ersten Matchball. Den entscheidenden Punkt machte die junge US-Amerikanerin dann für sie, als Gauff den Ball unbedrängt verzog und das Sunshine-Double für Sabalenke perfekt machte.
