Allein mit der Wölfin: In ihrem letzten Berliner „Tatort“ geht Corinna Harfouch als Kommissarin beim Überlebenstraining verloren.
© rbb/Conny Klein
Wer sich noch die Mikrokunststoffpartikel vom Bremer
Plastik-Tatort vergangene Woche aus den Augen reibt, darf in der
neuen Berliner Folge Gefahrengebiet (RBB-Redaktion: Verena Veihl)
überrascht sein. Wie einfach das geht – eine Figur zu entwerfen, die nicht nur
Behauptung ist, sondern aus dem echten Leben zu kommen scheint. Die reden kann
und etwas zu erzählen hat, das über die plotrelevante Information hinausgeht.
Am Teufelsberg ist eine Wölfin gesichtet und eine Leiche
gefunden worden. Karow (Mark Waschke) und Bonard (Corinna Harfouch) laufen auf
und werden beim Gang zum Ort des Geschehens begleitet von einem
Schutzpolizisten (heißer Kandidat fürs noch zu drehende Kai-Wegner-Biopic:
Holger Kunkel). Der berlinert den Stand der Dinge zurecht, dass es eine Art
hat. Der Kollege schmückt seinen Bericht mit rhetorischen Schönheiten aus wie
der Wiedergabe selbstgesprächiger Überlegungen in der ersten Person Singular
(„Okay, ha‘ ick gedacht, die schon wieder“). Wie das manche Menschen
halt so machen. So kommt Leben in die Bude und die Tatort-Welt wird
groß, weil in ihr nicht nur gleich coole Ermittlungsfiguren rumwandern.
