Seit über 40 Jahren bin ich ordiniert und darf predigen. Das wird mit den Jahren nicht leichter, wie man vielleicht denken könnte, sondern schwerer – besonders an Ostern. Mit der Auferstehung steht und fällt schließlich der christliche Glaube, auf dem seit Jahrtausenden Kirchen gebaut und Friedhöfe angelegt werden. Da möchte man natürlich was richtig Zündendes abliefern, und zwar Jahr für Jahr. Zur Einordnung: Ein Pfarrer, der seit seinem Vikariat in einer Gemeinde gelebt, gearbeitet und gepredigt hat, hat rund 45 Mal an Karfreitag öffentlich getrauert und an Ostern gejubelt. Und jedes Mal soll es neu sein und inspirierend, jedes Mal soll dieses glucksende Ostergefühl entstehen, dieser Riss im Kosmos unserer abgründigen und oft tieftraurigen Welt.
