Sturm der Liebe: Mario Basler spielt sich selbst in der ARD-Serie – Gesellschaft

Die Telenovela „Sturm der Liebe“ hat ein Herz für Sportsfreunde. Magdalena Neuner, die Biathlon-Weltmeisterin, spielte mit in der Serie, die von Liebe, Leid und Intrigen im Luxushotel Fürstenhof handelt. Eine Gastrolle hatte auch Patrick Lindner, der Sänger und 1860-Fan, der von seiner Terrasse aus auf das Grünwalder Stadion blicken kann. Zuletzt war Cathy Hummels dabei, einst Spielerfrau, heute Unternehmerin in eigener Sache. Und jetzt: Mario Basler! Prägender Fußballprofi der Neunziger, Meister der direkt verwandelten Eckbälle und weiser Worte wie: „Ich grüße meine Mama, meinen Papa und ganz besonders meine Eltern“ oder „Eigentlich bin ich ein Supertyp. Aber ich kann wohl auch ein richtiger Arsch sein“.

Basler, 57, tritt in Folge 4542 an, die soll am 20. Februar laufen, in drei Folgen ist er dabei. Das wird spannend, da für gewöhnlich ein eher älteres, weibliches Publikum verfolgt, wie in der Serie die Liebe durch das fiktive Dörfchen Bichlheim stürmt. Ein typischer Dialog an einer der elfenbeinfarbenen Hotelzimmertüren: „Bitte, wirf das nicht alles weg. Ich liebe dich.“ (Koch Kilian mit Tränen in den Augen zu Gärtnerin Fanny) „Ich liebe dich auch. Und deswegen ist es jetzt besser, wenn du gehst.“ (Gärtnerin Fanny mit Tränen in den Augen zu Koch Kilian).

Der Europameister von 1996, Ex-Bayern-Spieler und glücklose Trainer ist da robuster unterwegs. Nach einer Niederlagenserie befand er: „Vielleicht sollten wir mal einen saufen gehen und uns gegenseitig auf die Fresse hauen.“ Auch für seine Fans hatte der Mittelfeldspieler immer ein liebes Wort übrig: „Wenn ich den Fans den Stinkefinger zeige, weiß ich, dass ich im nächsten Spiel ausgepfiffen werde. Das macht mich richtig geil auf das Spiel.“

In der Regel ist es ja nun so, dass fachfremde Promis in Gastrollen nur eines spielen: sich selbst. Die Produktionsfirma Bavaria bestätigt genau das auch bei Basler, und dass er in der Serie „als charismatischer Talentscout für den fiktiven Münchner Fußballverein Weiß-Gold“ auftritt. Mehr wird nicht verraten.

Da fragt man sich: Spielt er wirklich sich selbst? Brennt bald Bichlheim? Vielleicht langweilen sich die Macher nach 20 Jahren auch und möchten den Laden ordentlich aufmischen, damit Neues entstehen kann. Auf Basler könnten sie zählen. Freimütig feuert er in jede verfügbare Kamera. Nach Spielen, als Experte im „Doppelpass“, als Stammgast im Trash-TV („Sommerhaus der Stars“, „Deutschlands dümmster Promi“, „The 50“).

Vielleicht irren sich aber auch alle, und es bahnt sich die ganz große Liebe an. Vielleicht brennt die Gärtnerin mit Talentscout Basler durch, vielleicht er mit dem Koch. Vielleicht wird er in der Serie auch als sanftmütiger Menschenversteher überraschen. Das würde natürlich stark an seinem Ruf als Raufbold kratzen. Oder ihm die Liebe ganz neuer Fans einbringen. Möglich ist alles. Um es mit Mario Basler selbst zu sagen: „Jede Seite hat zwei Medaillen.“