Video:
NABU ruft zur bundesweiten Wintervogel-Zähl-Aktion auf (2 Min)
Stand: 09.01.2026 18:24 Uhr
Locken Frost und Schnee mehr Vögel ans Futterhaus? Der Naturschutzbund Deutschland ruft vom 9. bis 11. Januar 2026 wieder zur bundesweiten Zählung auf. Sie soll Erkenntnisse über die Bestände bringen.
Vögel zählen im Schnee: Der NABU lädt traditionell zum Jahresbeginn wieder alle dazu ein, bei der 16. „Stunde der Wintervögel“ mitzumachen – diesmal bei echtem Winterwetter. Dabei sollen möglichst viele Menschen Vögel in ihrer Nachbarschaft zählen und die Beobachtungen melden. Von den gesammelten Daten erhoffen sich die Naturschützer Aufschluss darüber, wie es um die Bestände häufiger heimischer Vogelarten wie Amsel, Meise, Rotkehlchen oder Spatz bestellt ist. Außerdem soll die Zählung Erkenntnisse über Wintergäste bringen, die aus kälteren Regionen zu uns kommen.
„Der seit Tagen anhaltende Frost mit Schneefall in ganz Deutschland könnte dafür sorgen, dass sich mehr Wintervögel an den Futterhäusern einfinden“, so Naturschutzexperte Julian Heiermann vom NABU. „Bei geschlossener Schneedecke und gefrorenem Boden ist es für viele Arten deutlich schwerer, Futter in der Natur zu finden. Sie nehmen dann besonders gern die Zufütterung an.“
Darauf sollte man beim Füttern achten
Wer füttern möchte, sollte auf die Qualität des Futters achten, rät Heiermann. „Körner- und Fettfutter aus dem Fachhandel, am besten in Bioqualität, eignet sich besonders. Sonnenblumenkerne mögen fast alle Arten“. Weil der Frost die Vögel viel Energie koste, eignen sich vor allem mit Fett gemischte Körner, wie in Meisenknödeln. Knödel sollten aber ohne Netz aufgehängt werden, weil sich die Tiere darin verheddern können. Außerdem landeten die Netze zu oft als Plastikmüll in der Natur. Vogelfutter kann man aber auch einfach selbst herstellen. Der NABU bietet auf seiner Website Anleitungen für Meisenknödel an.
Eine Stunde lang Vögel zählen – So geht’s
So funktioniert die Teilnahme während des Aktions-Wochenendes: Einen festen Platz am Fenster, auf dem Balkon, im Garten oder Park suchen und dort eine Stunde lang Vögel beobachten und zählen. „Wem es draußen zu frostig ist, der kann natürlich auch vom Sofa aus die Vögel an der Futterstelle im Garten oder auf dem Balkon beobachten“, so NABU-Experte Heiermann.
Wichtig: Von jeder Vogelart die höchste Anzahl notieren, die während dieser Stunde gleichzeitig zu sehen war. Lässt sich zum Beispiel ein Spatz in einer Stunde fünf Mal blicken, zählt dies nur als ein Spatz. Sind zum Beispiel zwei Spatzen zum selben Zeitpunkt an einem Futterhäuschen zu sehen und kurz darauf vier Spatzen, dann wird die Anzahl vier gemeldet.
Damit es nicht zu Doppelzählungen kommt und die häufigsten Wintervögel leichter erkannt werden, stellt der NABU eine Zählhilfe zum Download bereit. Beobachtungen sollen auch dann gemeldet werden, wenn sich nur wenige Vögel zeigen, denn sie können Hinweise darauf geben, dass Bestände zurückgehen.
Vögel online oder per App melden
Beobachtungen können per Online-Formular auf der Webseite der „Stunde der Wintervögel“ oder über die kostenlose NABU-App bis zum 19. Januar 2026 gemeldet werden. Die App „Vogelwelt“ bietet ausführliche Informationen zur Bestimmung heimischer Arten. Eine telefonische oder postalische Meldung der Vogelzählung wie bisher ist nicht mehr möglich. Ende Januar will der NABU die Ergebnisse veröffentlichen.
Exkursionen und „Schulstunde der Wintervögel“
Wer das Vogelzählen lieber in der Gruppe ausprobieren möchte, kann an einer Exkursion teilnehmen. Termine für vogelkundliche Spaziergänge und detaillierte Informationen zur Aktion finden sich auf der Website des NABU. Die Naturschutzjugend im NABU (NAJU) lädt im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 12. bis 16. Januar Kinder dazu ein, eine Stunde lang Vögel zu zählen.
Der Spatz führt seit Jahren die Rangliste an
Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Aktion zum Mitmachen. Die Langzeitstudie liefert wertvolle Informationen für den Schutz der Artenvielfalt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich fast 122.000 Menschen. Die Liste der meistgezählten Vögel führte bundesweit wie schon in den Vorjahren der Haussperling oder Spatz an. Es folgten Kohlmeise, Blaumeise und Amsel.
„Stunde der Gartenvögel“ und „Vogel des Jahres“
Ergänzend zur „Stunde der Wintervögel“ organisiert der NABU im Mai die „Stunde der Gartenvögel“, die dieses Jahr vom 8. bis 10. Mai stattfindet. Außerdem kürt er jährlich den „Vogel des Jahres“. Im Oktober wählten Menschen deutschlandweit das Rebhuhn auf Platz 1.





