Weil Berlins Regierender Bürgermeister mitten im Blackout Sport machte, wird nun sein Rücktritt gefordert. Warum das ein falsches Signal wäre.
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Demokratische Politik ist oft genug so verständlich wie eine Kabelbrücke, und für Berlin gilt das besonders. Kaum jemand weiß, wer dafür verantwortlich ist, dass am Straßenrand wochenlang alte Couches vergammeln. Oder wer generell dafür zuständig ist, was die Behörden so tun oder lassen.
Nur in Katastrophenlagen wird alles kurz klarer. Wenn, wie in den vergangenen Tagen in Berlin, Zehntausende von Strom und Heizung abgeschnitten sind, wächst dem Regierungschef plötzlich eine Rolle zu, auf die man sich als Politiker schwer vorbereiten kann. Er oder sie ist dann nicht nur oberster Hilfskoordinator und Verantwortungsträger, sondern auch das Gesicht des Gemeinwesens, das den Menschen idealerweise souverän, fürsorglich und entschlossen entgegenblickt.
