Strafe der Premier League: Verstöße gegen Finanzregeln – Chelsea kommt mit Geldstrafe davon

Eckfahne des FC Chelsea im Stamford Bridge Stadium

Stand: 16.03.2026 • 22:24 Uhr

Der FC Chelsea ist wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League mit einer Geldstrafe von umgerechnet 12,5 Millionen Euro belegt worden. Eine Transfersperre wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Die Anklagepunkte betrafen Unregelmäßigkeiten bei Spielertransfers in den Jahren 2011 bis 2018. Die Transfersperre für die erste Mannschaft beträgt ein Jahr und wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Für den Nachwuchsbereich gilt eine neunmonatige Transfersperre ohne Bewährung. „Wir sind froh, dass die Angelegenheit nun abgeschlossen ist“, teilte Chelsea mit. Was nicht ganz richtig ist: Noch immer ist eine Anklage beim englischen Verband FA wegen der Verstöße anhängig.

Geheimzahlungen, unregistrierte Vermittler

Chelsea wurden unter anderem Geheimzahlungen außerhalb der Geschäftsbücher an Spielervermittler vorgeworfen. Zudem soll der Klub auf nicht registrierte Vermittler zurückgegriffen haben. All dies soll sich zwischen 2011 und 2018 zugetragen haben. Mit diesen Zahlungen wurden Spieler wie Eden Hazard vom OSC Lille, Willian von Anschi Machatschkala, Ramires und David Luiz von Benfica Lissabon oder André Schürrle von Bayer Leverkusen geholt. All diese Spieler werden von der Premier League in Zusammenhang mit den Verstößen ausdrücklich genannt.

Andre Schürrle 2014 in Aktion für den FC Chelsea

Mit den Geheimzahlungen verschaffte sich der Klub einen Vorteil, indem er bei den Transfers die Konkurrenz ausstechen konnte. Der Zeitung „Times“ zufolge wollte auch Manchester United Eden Hazard verpflichten, verweigerte aber Zahlungen, wie sie Chelsea getätigt haben soll. Hazard kam für Chelsea in 352 Pflichtspielen zum Einsatz kam und erzielte 110 Tore, bevor er zu Real Madrid wechselte.

Chelsea stellte eine starke Mannschaft zusammen und gewann im fraglichen Zeitraum zwei englische Meisterschaften, zweimal den FA-Cup und unmittelbar danach 2019 die Europa League.

Der FC Chelsea feiert den Europa-League-Titel im Jahre 2019

Besitzer aus den USA meldeten Unregelmäßigkeiten

Anklage und Strafe waren Folge einer Selbstanzeige durch die neuen Besitzer des Klubs aus den USA. Alle Vergehen fallen in die Zeit, in der der russische Milliardär Roman Abramowitsch den Klub führte.

Abramowitsch hatte den FC Chelsea 2003 gekauft. 2022 übergab er die Kontrolle aber an einen Treuhänder, nachdem westliche Regierungen aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Sanktionen gegen Oligarchen aus Russland verhängt hatten. Am 30. Mai 2022 kaufte das Investoren-Konsortium BlueCo aus den USA den Klub.

Im Rahmen von Prüfungen vor dem Kauf des Klubs wurde die neue Eigentümergruppe „auf potenziell unvollständige Finanzberichte zu Transaktionen aus der Vergangenheit und andere potenzielle Verstöße gegen FA-Regeln aufmerksam“. Deshalb habe man dies unmittelbar nach dem Kauf allen zuständigen Stellen gemeldet, teilte Chelsea damals mit.

Chelsea ist von der UEFA bereits mehrfach bestraft worden. 2023 musste Chelsea eine Strafe von 10 Millionen Euro zahlen, weil er 2018 und 2019 gegen Regeln des Financial Fairplays verstoßen hatte.

Chelsea auch unter den neuen Besitzern bei der UEFA unter Beobachtung

Auch unter den neuen Besitzern lebt Chelsea finanziell auf Kante. Im Juli 2025 entschied die Finanzkontrollkammer der UEFA, dass der Klub wegen Regelverstößen von der aktuellen Saison an bis mindestens 2027 eine positive Transferbilanz aufweisen muss. Darüber hinaus musste der Klub eine Geldstrafe von mindestens 20 Millionen Euro zahlen.

Chelsea hatte zuletzt immer wieder Schlupflöcher in den Finanzregularien der UEFA und der Premier League genutzt. So wurden extrem lange Vertragsdauern von acht Jahren genutzt, um Kosten länger abschreiben und die Regeln damit einhalten zu können. Auch mit dem Verkauf eines klubeigenen Hotels und des Frauenteams an den eigenen Investor versuchte Chelsea, die Einnahmenseite besser aussehen zu lassen.