
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist auf der Suche nach externen Beratern
für ihr Ministerium. Es geht um eine „Strategische Top-Management-Beratung für die Behördenleitung“, wie aus der Ausschreibung des Ministeriums hervorgeht.
Diese solle nicht nur klassische Beratertätigkeiten erfüllen, sondern auch Aufgaben übernehmen, die üblicherweise von Ministeriumsmitarbeitern erfüllt werden, berichtet der Spiegel. Das gesuchte Unternehmen soll
demnach unter anderem zu „prioritären Themenfeldern“ wie
Rohstoffsicherheit, Zukunftstechnologien und Souveränität, außenwirtschaftliche
Sicherheit oder industrielle Transformation „Analysen und Diskussionspapiere“
erarbeiten. Die Kosten für die Berater dürften demnach in die Millionen gehen.
Gefordert werden dem Bericht zufolge „kurzfristige Ad-hoc-Beratung“ und „Kurzanalysen, Steckbriefe,
Handlungsempfehlungen und Präsentationsunterlagen“. Die Berater sollen aktuelle
fachpolitische Fragestellungen analysieren und bewerten, welche Wirkung
„inhaltliche
Neuausrichtungen“ im Ministerium haben.
Kritik aus dem Ministerium
Zur Begründung hieß es dem Spiegel zufolge aus dem Ministerium, die ausgeschriebenen Leistungen seien keine, „die von
Mitarbeitenden des BMWE erbracht werden können“. Ministeriumsangestellte
sehen das dem Bericht zufolge allerdings anders.
Ein nicht namentlich genannter
Ministeriumsmitarbeiter kritisierte dem Bericht zufolge, solche Aufgaben
„betreffen das Herzstück der Verwaltung“ und seien teils „originäre
ministerielle Kernaufgaben“. Die „Delegation ganzer Aufgabenpakete der
Fachreferate an extrem teure externe Berater“ sei nicht nur
„fragwürdig“, sondern auch ein Zeichen von „Misstrauen in die eigene
ministerielle Expertise“.
Reiche hat demnach seit ihrem Amtsantritt zahlreiche
Führungskräfte entlassen oder versetzen lassen. Deshalb seien viele, teils zentrale Stellen offen.
Reiche lässt sich zudem seit einigen Wochen von zwei Kommunikationsagenturen
beraten, um den öffentlichen Auftritt des Ministeriums zu verbessern.
Seit Februar würden die Agenturen Scholz & Friends sowie FGS Global
die Öffentlichkeitsarbeit unterstützen, teilte das Ministerium auf
Nachfrage der ZEIT mit. Eine Ausschreibung beziffert den Höchstwert der Vereinbarung auf zwölf Millionen Euro.
